Rückkehrerin will Innenstadt mit frischen Ideen beleben

Ulrike Matthes ist schon viel herumgekommen. Nun zieht es sie zurück in ihre Heimat. In Lengefeld erwartet die 53-Jährige eine besondere Aufgabe.

Pockau-Lengefeld.

Leben heißt Veränderung. Davon kann Ulrike Matthes ein Lied singen. Die gebürtige Erzgebirgerin hat beruflich einige Tapetenwechsel erlebt. Nun übernimmt sie eine neu geschaffene Stelle in Lengefeld. Innenstadtmanagerin nennt sich der Posten, von dem sich die Stadt und Bürgermeister Ingolf Wappler viel versprechen.

Für Ulrike Matthes ist der neue Job gleichbedeutend mit der Rückkehr in ihre Heimat. Geboren in Marienberg, aufgewachsen in Forchheim ging sie nach dem Schulabschluss und ihrer Ausbildung zur Elektronikfacharbeiterin bei Robotron in Pockau nach Frankreich, um als Hauswirtschafterin auf einem Weingut zu arbeiten. Später zog es sie an den Tegernsee, wo sie auf der Hotelfachschule eine zweite Ausbildung absolvierte. Es folgte der Wechsel in die Industrie. Bei einer zunächst in München und danach in Stuttgart angesiedelten Firma war Ulrike Matthes im Vertrieb und Marketing tätig. Nach dem berufsbegleitenden Marketing-Studium leitete sie zuletzt das firmeneigene Veranstaltungsmanagement.

Im Internet stieß die 53-Jährige zufällig auf das Fachkräfteportal Erzgebirge. Es folgten Besuche bei den Pendleraktionstagen. "Da wurde mir bewusst, was das Erzgebirge für eine Wirtschaftsregion ist. Je mehr ich mich mit dem Gedanken beschäftigt habe, zurückzukehren, desto mehr hat er mir gefallen", erklärt sie. Bei einem Besuch bei ihren Eltern in Forchheim entdeckte sie schließlich die Ausschreibung für die Stelle als Innenstadtmanagerin.

Doch warum dieser Job? "Hier kann ich meine bisher gesammelten Fähigkeiten und Erfahrungen optimal einsetzen. Ich kann etwas Neues gestalten, und es ist spannend, weil man noch nicht weiß, wo die Reise hingeht." Zu Ulrike Matthes' Aufgaben gehört allen voran die Innenstadtbelebung von Lengefeld. Sie soll Leerstand und Geschäftsschließungen entgegenwirken, Netzwerke bilden, zur Verbesserung der Lebens- und Wohlfühlqualität beitragen sowie Aktivitäten auf dem Markt schaffen. Zudem ist die 53-Jährige Ansprechpartnerin für Anwohner und Gewerbetreibende. Mit ihnen will sie nun ins Gespräch kommen, um eine Bestandsanalyse zu erstellen. "Meine Aufgaben sind klar, aber es wird spannend, was die Umfrage ergibt", so Ulrike Matthes.

Ihr Vertrag läuft zunächst bis Ende 2022. Die Stelle wird dabei zu zwei Dritteln aus dem SOP-Förderprogramm und zu einem Drittel von der Stadt finanziert. Aktuell wird noch das künftige Büro am Markt 15 eingerichtet. Die Eröffnung ist für Anfang September geplant. Bis dahin will Ulrike Matthes auch eine neue Wohnung finden. Am liebsten in Lengefeld. "Um möglichst nah am Geschehen zu sein."

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