Saisonauftakt mit Balkanrock und russischem Akzent

Die Macher vom Theater Variabel in Olbernhau haben diesmal einen besonderen Saisonauftakt organisiert. Und die Hütte kam ins Schwingen.

Die Gruppa Karl-Marx-Stadt macht Balkanrock mit Bläsern und russischem Akzent. Mehr als 70 Besucher im Gewölbe des Theaters Variabel konnten sich dieser Mischung nicht entziehen.

Von Dirk Trautmann

Alles neu macht nicht nur der Mai, sondern manchmal auch der September. So geschehen im Olbernhauer Jugend- und Kulturzentrum "Theater Variabel", das einen ganz besonderen Saisonstart hingelegt hat. "Wir hatten bisher Rockmusik, Irish Folk und Blues. Da wollten wir es einmal mit Balkanmusik probieren", erzählte Gunnar Rug, Leiter der Einrichtung. Die Olbernhauer holten sich mit der Gruppa Karl-Marx-Stadt eine echte Garantie für schweißtreibende, tanzende Bewegung fördernde und herausfordernde Musik, die das Gewölbe im Theater Variabel schnell in Schwingungen versetzte.

Die mehr als 70 Besucher bekamen spätestens bei der Balkan-Version des Titels "Eins zwei Polizei" die Richtung vorgegeben: Nach vorn ging es, immer nach vorn, und es hörte zum Glück nicht auf. Drei Bläser, ein treibender Schlagzeuger, ein Sänger mit echt russischem Akzent. Alexey Potiy kommt aus dem sibirischen Omsk und spricht ein ausgezeichnetes Deutsch, aber mit hartem russischem Akzent klingt es nun einmal dem Musikstil angebrachter. Was wäre denn etwa ein Wladimir Kaminer ohne seinen Akzent? Ach ja, ein Erzgebirger ist auch Teil der Gruppa Karl-Marx-Stadt. Stephan Weiser stammt aus Crottendorf und gibt seinen Vorderleuten den Rhythmus vor.

Der Anfang in die neue Vierteljahressaison im Theater Variabel war ja schon viel versprechend, und es soll auf jeden Fall so weitergehen. "Unser Plus ist unsere Vielfältigkeit,. Wir versuchen, jedes Wochenende zu einem Höhepunkt werden zu lassen", sagte Gunnar Rug, der gemeinsam mit Evelyn Meier ein Programm geschmiedet hat, das alle Altersgruppen ansprechen soll. Das beginnt mit den Puppentheateraufführungen für die Jüngsten und endet nicht mit Multivisionsshows. Einen Abend mit einem Künstler ganz besonders herauszuheben würde den vielen anderen Samstagen unrecht tun, betonte der Theatermacher und greift sich dann doch einen besonderen Abend mit zwei Künstlern heraus. "Ich freue mich sehr, dass ,Debbsch und Lebbsch' auftreten, das sind Frank Deutscher und Wolfgang Lasch als Altherren-Duo. Dabei spielen sie alte Schlager genauso wie Jazz, Swing und Tango", erzählte Gunnar Rug. Wolfgang Lasch und vor allem seine Kunstfigur Arnold Böswetter sind keine Unbekannten: Bei den Gelenauer Puppentheatertagen begeistern sie, die eigentlich nur einer sind, im Volkshaus seit Jahren mehrere Hundert Besuchern.

Die Theaterleute sind immer auf der Suche nach neuen Ideen, werden aber nicht auf das Bewährte verzichten. So steht das Haus weiter den Vereinen wie dem Musikkorps Olbernhau sowie dem Klöppel- und Schnitzzirkel offen, die älteren Besucher werden wieder zum Tanztee kommen können, und es wird kurz vor Weihnachten zwei Hutzohmde mit Heiner Stephani und der Hauskapelle geben.

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