Sauberg ist auch über Tage spannend

Mineralienhaie, alte Strossenbaue, historische Bergbaumaschinen: Die Lagerstätte in Ehrenfriedersdorf ist nicht nur unter der Erde einen Besuch wert. Das haben die Teilnehmer der ersten derartigen Tour jetzt festgestellt.

Ehrenfriedersdorf.

Eine über- tägige Tour auf dem Sauberg ist in jedem Fall genauso interessant wie eine Einfahrt in das Besucherbergwerk Zinngrube. Schließlich geht es dabei durch die 800-jährige Geschichte des Weltkulturerbe- Bestandteils Bergbaulandschaft Ehrenfriedersdorf. Der Rundgang ist ein "Muss" für Bergbau- und Heimatfreunde. Darin sind sich die Teilnehmer der ersten Veranstaltung dieser Art nach der knapp zweistündigen Exkursion einig.

"Es war super interessant und hat uns richtig gefallen. Man lernt dabei viel Neues kennen", schätzt Nadine Reinwarth ein. Die Ehrenfriedersdorferin gehörte zu den Premierenbesuchern am Samstag. Zu sehen bekamen sie unter anderem eine übertägige Ausstellung von Bergbaumaschinen, Zeitzeugen des mittelalterlichen Bergbaus wie die alten Strossenbaue, das Oswald-Barthel-Denkmal sowie edle Mineralien der Grube.

Und Bergführer Frank Ihle wusste zu begeistern mit seinen fachkundigen Erklärungen, die der Bergmann in lockerer und sympathischer Art nahe brachte. So erheiterte er die Gäste zum Beispiel mit Erzählungen über die sogenannten Drusenhaie. Schließlich waren schöne Mineralien bei vielen Bergleuten heiß begehrt. Solche Stufen mit nach Hause zu nehmen, war allerdings verboten. "Die sind dann eben in der Brotbüchse versteckt worden und so mit nach Hause gewandert", berichtete Frank Ihle.

Ein beeindruckendes Bild von der Mineralienvielfalt der Ehrenfriedersdorfer Lagerstätte präsentiert die Sammlung im Museum. Ab Mitte der 1950er-Jahre ist sie aufgebaut worden. Es werden rund 1000 Stufen gezeigt. "Es gibt nur wenige Lagerstätten in der Welt, die eine so große Vielfalt an Mineralien nachweisen können wie das Ehrenfriedersdorfer Revier", unterstrich der Bergführer.

Geschichte erzählen kann auch das Fördergerüst des Sauberger Haupt- und Richtschachtes. Die Anlage stammt vom Wilhelmschacht aus Oberhohndorf bei Zwickau und somit aus dem Steinkohlenbergbau. 1936 wurde es auf dem Sauberg errichtet. Die Fördermaschine war 1906 in Cainsdorf gebaut worden. Der Oswald-Barthel-Turm ist Gedenkstätte für alle tödlich verunglückten Bergleute im Ehrenfriedersdorfer Revier. 170 tödliche Unfälle hat es in rund 500 Jahren im Revier gegeben.

Die Saubergtour ist ein ebenso interessantes wie originelles Angebot. "Sie ist auch für Leute gedacht, die nicht in die Grube einfahren wollen oder können", erläutert Frank Ihle. Weitere Touren sind geplant. Ein Termin für die nächste Tour steht aber noch nicht fest.

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