Scharfensteiner Betrieb liefert Kälte für Supermarkt und Co

Damit Lebensmittel auch im Sommer nicht verderben, in Einkaufspassagen oder auf Luxusschiffen immer ein angenehmes Klima herrscht, braucht es leistungsstarke Maschinen. Die werden an einem traditionsreichen Standort gebaut.

Sascha Hunger montiert eine Verbundkälteanlage. Er ist gelernter Mechatroniker für Kältetechnik.
Blick in die Lager- und Fertigungshalle der Compact Kältetechnik am Standort Scharfenstein.
Erfahrung und Fingerfertigkeit sind bei Lötarbeiten gefragt.

Für Sie berichtet: Mike Baldauf

Technikinteressierte dürften auf der Rückseite des heimischen Kühlschrankes schon einmal jenes Aggregat beäugt haben, das für gleichbleibend gut temperierte Lebensmittel sorgt. Über die Dimension der Maschinen, die in Supermärkten, Brauereien und Großküchen Kälte erzeugen, kann sich Otto Normalverbraucher hingegen kaum ein Bild machen. Denn die arbeiten oft im Verborgenen.

Ein Spezialist für den Bau solcher leistungsfähigen Anlagen ist die Compact Kältetechnik GmbH mit Standorten in Dresden und Scharfenstein. "Energieeffizienz und Service sind die Dinge, worauf es in der Branche heute ankommt", sagt Peter Szalai. Seit elf Jahren leitet er das Werk in Scharfenstein.

Während sich die Produktion im Drebacher Ortsteil auf Standardlösungen im Serien- und Kleinseriengeschäft konzentriert, bauen die Dresdner vor allem speziell auf Kundenwunsch zugeschnittene Anlagen in fast jeder gewünschten Form und Leistungsgröße. Zu einem der prestigeträchtigsten Aufträge zählte etwa die Ausrüstung eines Luxuskreuzfahrtschiffes mit Kältemaschinen für Küche, Kühlräume, Klimatisierung und Wasserkühlung. Die Aggregate bekamen eine gelbe Lackierung, weil sie in einem Maschinenraum für Gästeführungen installiert wurden, erinnert sich Szalai.

Was können die Kühlaggregate leisten? Mit einer 750-Kilowatt-Anlage lässt sich beispielsweise die Temperatur in einer 20 mal 20 Meter großen Halle mit einem Volumen von 8000 Kubikmetern konstant bei minus 35 Grad Celsius halten. Genau diese Anforderungen galt es, in einem Hochregallager eines Werkes für Rohbackwaren in Eisleben zu erfüllen. Die hohe Leistung ist für Peter Szalai kein Thema: "Da schalte ich einfach mehrere Verdichter hintereinander." Die Herausforderung sieht er bei diesen Aufträgen vielmehr in der Betriebssicherheit und Energieeffizienz.

Bei letzterem Punkt haben die Kälteanlagenbauer einen großen Schritt nach vorn gemacht. Nach zweijähriger Entwicklungszeit verfügt das Unternehmen über ein Bauteil, welches das Kältemittel Kohlendioxid bei geringerem Energieeinsatz zirkulieren lässt. Ein Laie sieht der kleinen Düse - in Fachkreisen CO2-Ejektor genannt - die lange Entwicklungszeit kaum an. Doch in dem Teil steckt viel Physik. "Um die optimale Bauform zu erhalten, waren umfangreiche Messreihen zum Strömungsverhalten aufzunehmen und auszuwerten", erklärt Mitgesellschafterin und Personalleiterin Annett Gregor. "Wir haben den Ejektor, den es für kleinere Anwendungen schon gibt, für den Einsatz in größeren Aggregaten weiterentwickelt."

Auch dafür durfte die Geschäftsleitung kürzlich den mit 3000 Euro dotierten Zukunftspreis der Handwerkskammer Dresden aus den Händen von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer in Empfang nehmen. Doch vor allem gab es den Preis für besondere Leistungen im Bereich der Nachwuchssicherung und Bindung von Fachkräften. Kammerpräsident Jörg Dittrich führte in seiner Laudatio den vorbildlichen Umgang des Unternehmens mit seinen Mitarbeitern an. Er sprach von kontinuierlicher Ausbildung, regelmäßiger Weiterbildung sowie berufsbegleitender Qualifizierung.

An beiden Standorten beschäftigt die Compact Kältetechnik insgesamt 85 Mitarbeiter, davon elf Auszubildende. Hinzu kommt ein Student, der in Anlehnung an das duale Ausbildungssystem ein duales Studium mit Praxiseinsätzen im Unternehmen absolviert und gerade seine Diplomarbeit schreibt.

Erweiterung in Scharfenstein geplant

Die Compact Kältetechnik mit ihren Standorten in Dresden und Scharfenstein erwirtschaftet einen Jahresumsatz von mehr als 16 Millionen Euro. Tendenz steigend. "Wir wollen weiter wachsen", sagt Mitgesellschafterin und Personalleiterin Annett Gregor. Nachdem vergangenes Jahr in Dresden eine weitere Fertigungshalle mit Bürogebäude errichtet wurde, ist auch in Scharfenstein eine Erweiterung vorgesehen. "Die Auftragslage ist gut, die jetzige Halle steht voll." Derzeit sind in Scharfenstein 18 Mitarbeiter beschäftigt.

Das 1992 in Dresden gegründete Unternehmen hatte 2004 die 1300 Quadratmeter große Werkhalle auf dem Gelände des früheren DKK-Werkes übernommen, in der schon zu DKK-Zeiten Kompressoren gefertigt wurden. Die Compact Kältetechnik konzipiert Kältesätze für nahezu alle Einsatzbereiche - etwa im Lebensmitteleinzelhandel, der Industrie, der Gastronomie und in Logistikunternehmen.

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