Schneeberge und enge Straßen bereiten Anliegern Probleme

Seit Wochen wird in einer Siedlung in Großrückerswalde der Müll nicht mehr abgeholt. Der Bauhof der Gemeinde will reagieren. Auf anderen Wegen wird derweil auf Winterdienst verzichtet.

Großrückerswalde/Rübenau.

Nach dem Wetterchaos der vergangenen Wochen hat sich die Lage auf den wichtigen Straßen in der Region entspannt. Für den Winterdienst ist die Arbeit damit aber nicht erledigt. Im Gegenteil: Vielerorts sind die Helfer nun damit beschäftigt, noch zugeschneite, kleinere Wege freizuräumen und mit Fräsen auf den von hohen Schneebergen beengten Straßen Platz zu schaffen. Denn dort kommt es weiterhin zu Problemen.

So werden seit rund zwei Wochen in einer Siedlung in Großrückerswalde die Mülltonnen nicht mehr abgeholt. "Ich habe beim Abfallunternehmen nachgefragt. Die Fahrer kommen nicht bis zu uns durch", sagt Sven Meyer. Das Gemeinderatsmitglied wohnt in der Marienberger Straße in der Nähe des Reiterhofs. Die Schneeberge am Straßenrand engen den Weg ein. Zudem würden rechts noch Autos parken. Auch Nachbarn hätten Meyer daraufhin kontaktiert. "Deshalb habe ich das Thema in der Gemeinderatssitzung angesprochen", erklärt der Volksvertreter.

Kämmerer Heiko Lutter betont, dass durch Schneemassen beengte Straßen im gesamten Gemeindegebiet Probleme bereiten. Deshalb werde bereits an prekären Stellen gefräst und der Schnee abtransportiert. Dass die Müllabfuhr nicht mehr bis zu der Siedlung in der Marienberger Straße fahren kann, will Lutter umgehend den Bauhofmitarbeitern übermitteln, damit reagiert werden kann.

Auf anderen Wegen in Großrückerswalde und den Ortsteilen wird derweil generell auf eine Schneeberäumung durch die Gemeinde verzichtet. "Bei uns wird nie geräumt", sagt Christfried Siegert. Der Gemeinderat wohnt im Oberdorf. Sein Grundstück und die seiner Nachbarn sind nur durch eine ohnehin enge Zufahrt zu erreichen. Im Winter sei die Situation daher noch angespannter. "Hier wohnen viele ältere Anlieger. Die Gemeinde könnte eigentlich mit einem Multicar räumen, damit zumindest die Zufahrt zu den Grundstücken gewährleistet ist", so Siegert. Er erwarte dabei nicht, dass der Winterdienst sofort zur Stelle ist. "Wichtige Straßen haben Priorität." Aber dass generell nicht geräumt wird, dafür hat Siegert kein Verständnis.

Bürgermeister Jörg Stephan bestätigt, dass der Wegabschnitt nicht freigemacht wird. Die Gemeinde leiste in den sechs Ortsteilen ein großes Maß an Winterdienst. "Aufgrund der Flächenausdehnung von 27 Quadratkilometern würde es die Leistungsfähigkeit übersteigen, wenn kleinere Wege und Gassen beräumt würden", begründet Stephan. Die Zufahrt im Oberdorf sei nur einer von vielen Wegen, auf dem kein Winterdienst der Gemeinde erfolgt. Das erledigen seit Jahrzehnten die Anlieger in Eigenregie. "Diese Praxis hat sich auch auf der Zufahrtsstrecke bewährt", so Stephan.

Im Marienberger Ortsteil Rübenau sind derweil Mitarbeiter eines örtlichen Landwirtschaftsbetriebes gestern damit beschäftigt gewesen, den 600 Meter langen, zugeschneiten und verwehten Abschnitt des Kriegwaldweges zwischen Kammweg und Heidenweg freizufräsen. "Wir sind von der Stadtverwaltung mit dem Winterdienst in Rübenau beauftragt und dafür mit bis zu fünf Fahrzeugen unterwegs. Insgesamt müssen wir rund 50 Kilometer Straßen und Wege räumen. Mit dem freigemachten Abschnitt, auf dem sich Wochenendgrundstücke befinden, die derzeit nicht bewohnt sind, ist jetzt wieder alles befahrbar", sagt Firmenchef Mirko Hänel. (mit faso)

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