Schüler bringen das Sams auf die Bühne

Das Ferienprojekt des Theater Variabel erlebt seine 57. Auflage. Für einen Mitwirkenden war das Stück eine doppelte Premiere - für einen anderen ein Abschied.

Olbernhau.

Ferienprojekte haben sich im Olbernhauer Jugend- und Kulturzentrum Theater Variabel als fester Bestandteil des Angebotes etabliert. Seit 29 Jahren wird dort, jeweils in der ersten Woche der Winter- und der Herbstferien, von Heranwachsenden ein Theaterstück einstudiert und aufgeführt. Zur 57. Auflage des Theaterferienprojektes brachten gestern 16 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 7 und 16 Jahren das Stück "Eine Woche voller Samstage", frei nach Paul Maar, auf die Bühne. "Dem braven, ja ängstlichen Herrn Taschenbier läuft ein Sams über den Weg. Das furchtlose und freche Wesen beschließt kurzerhand bei Herrn Taschenbier zu bleiben", erklärt Jule Röber, die das Theaterprojekt seit mehreren Jahren mit Gunnar Rug leitet. Aber die Geschichte geht noch weiter: Natürlich stellt das Sams Herrn Taschenbiers Alltag ganz schön auf den Kopf. Letztendlich gewinnt er das Sams aber lieb und ist traurig, als es gehen muss. Aus ihm, dem Herrn Taschenbier, hat es aber einen selbstbewussteren Menschen gemacht.

Eine Premiere im doppelten Sinne war die gestrige Aufführung des Stücks für Erwin Wunderlich. Der Achtjährige nahm erstmals an den Theaterferien teil und spielte gleich drei Rollen: Verkäufer, Zoowärter und Schüler. "Mein Bruder Fritz hat schon oft mitgespielt. Ich wollte das auch versuchen", so Erwin Wunderlich. Es habe ihm riesigen Spaß gemacht. Doch er ist nicht der einzige aus der Familie, der am Stück mitgewirkt hat. Denn sein Bruder Fritz übernahm im Schauspiel die Rolle des Herrn Taschenbier.

"Das Zuschauen hat viel Freude gemacht. Für die Kinder ist es eine tolle und sinnvolle Feriengestaltung, aber zuhause haben beide nicht viel vom Stück verraten. Sie wollten uns überraschen", so Sylke Wunderlich, die Mutter von Erwin und Fritz. Und sie verrät: "Erwin hatte aber ganz schönes Lampenfieber."

Für Gunnar Rug fiel gestern, zumindest was die Theaterferien betrifft, der letzte Vorhang. Am 30. Mai ist sein letzter Arbeitstag, danach geht er in den Ruhestand. "Jedes Projekt war anders schön. Ich hatte immer Freude daran zu sehen, was die Mädchen und Jungen leisten können und wie sie auf der Bühne aus sich herausgehen", blickt Gunnar Rug zurück. Vielleicht sitzt er ja bei der nächsten Premiere unter den Zuschauern. Denn auch in den kommenden Herbstferien wird es wieder ein Theaterprojekt geben, welches dann von Jule Röber geleitet wird.


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