So fördert die EU den ländlichen Raum

Das Leader-Programm ist ein Musterbeispiel. Aktuell werden 41 neue Projekte unterstützt. Weitere Ideen für die kommenden Jahre sind jetzt gefragt.

Zschopau/Marienberg.

Mit 2,4 Millionen Euro fördert der Verein zur Entwicklung der Erzgebirgsregion Flöha- und Zschopautal 41 Projekte im Erzgebirgskreis und in Mittelsachsen. Das Geld kommt von der Europäischen Union, das Programm heißt Leader, und der Verein sammelt die Projekte und koordiniert die Vergabe. Zweimal hat das 40-köpfige Entscheidungsgremium mit stimmberechtigten Vertretern aus Lokalpolitik und Unternehmen, von Verbänden und Vereinen dieses Jahr schon getagt, um über die eingereichten Projekte abzustimmen. Vier Beispiele aus der Region:

Die Vermessung von Schloss Wildeck: 6500 Euro aus dem Leader-Programm für den ländlichen Raum bekommt das Schloss Wildeck in Zschopau. Das Geld fließt in ein 8100 Euro teures Projekt zur digitalen Vermessung des alten Gemäuers. Stadtsprecher Uwe Gahut spricht von einem wichtigen Instrument für Planungen. Die dreidimensionalen Datensätze werden zum Beispiel für den Einbau eines Treppenlifts benötigt, der künftig den Zugang zum Grünen Saal barrierefrei gestalten und in wenigen Tagen geliefert werden soll. Die digitalen Aufnahmen sollen zugleich als Planungsgrundlage für Wechselausstellungen und eine vorgesehene Neugestaltung der Dauerausstellung dienen. Ein Teil des Leader-Geldes fließt in die Entwicklung eines Corporate-Design-Konzeptes, das dem Schloss eine eigene Identität geben soll.

Fußweg wird verlängert: In Olbernhaus Ortsteil Dörnthal soll der Gehweg an der Freiberger Straße um etwa 200 Meter verlängert werden. Mehr als 60 Prozent der Kosten bekommt die Stadt aus dem Leader-Topf gefördert. Nach dem Bau soll der Gehweg fünfmal so lang wie bisher sein. Damit verbessere sich zum Beispiel für Kindergartenkinder und Schüler die Sicherheit, erklärt Olbernhaus Bauamtsleiter Stefan Procksch. Er geht davon aus, dass die Arbeiten drei Monate dauern. Noch in diesem Jahr sollen sie beginnen.

Dächer bekommen eine Kur: In Waldkirchen etwa wird die Sanierung des Turnhallendachs und die Ausbesserung des Dachs auf dem Nebengebäude mit 42.300 Euro bezuschusst. Die Gesamtkosten betragen 70.500 Euro. Waldkirchens Ortsvorsteher Gunther Kaden: "Das wird allerhöchste Zeit. Die Förderung werte ich als Zeichen dafür, dass uns das Gebäude als Sport- und Kulturstätte erhalten bleibt."

Bolzplatz erhält neue Tore: Das kleine Fußball-Areal im Marienberger Ortsteil Gebirge benötigt dringend neue Tore. Zudem muss der Zaun am Bolzplatz in unmittelbarer Nähe zum Wohngebiet, zur Turnhalle und zur Kita erneuert werden. Die Gesamtkosten von 24.200 Euro werden mit 14.500 Euro bezuschusst. Entsprechend der Witterung soll das Projekt 2020 umgesetzt werden, sagt Stadtsprecherin Gisela Clausnitzer.

Wie es weitergeht: Für den laufenden dritten Projekt-Aufruf stehen weitere 3,2 Millionen Euro Fördermittel bereit. Bis Ende Februar bleibt Zeit, Projekte einzureichen. Das Entscheidungsgremium der Leader-Projektregion wird im März 2020 die Vergabe der Fördermittel festlegen. Bis Ende November 2020 müssen die Fördergelder bewilligt und bis spätestens 2022 verbaut sein.

www.floeha-zschopautal.de


Weitere Projekte

Straßenbau: Elf Vorhaben werden in der Leaderregion gefördert, sieben davon im mittleren Erzgebirge. Die Kommunen bekommen jeweils 65 Prozent der Gesamtkosten erstattet. EU-Mittel erhält etwa Heidersdorf für die Ausstattung von vier Kommunalstraßen mit Solarleuchten: Dorfstraße, Zechenweg, Siedlungsstraße und die Zufahrt zum Schuttplatz (Förderung: 13.300 Euro). Rübenau bekommt die Ausstattung der ersten Abschnitts In der Gasse mit zehn Lampen gefördert. Fünf Ersatzleuchten mit LED-Lampen sind für den zweiten Abschnitt bestimmt (Förderung: 85.700 Euro).

Studien-/Konzeptförderung: EU-Mittel (80 Prozent der Gesamtkosten) fließen in vier Projekte. Eines von zwei im mittleren Erzgebirge betrifft eine Machbarkeitsstudie für das Museum Kalkwerk in Lengefeld. Ziel ist es, ungenutzte Ressourcen des Museumsbetriebs herauszuarbeiten und weiteres touristisches Potenzial zu erschließen, das Museumskonzept zu entwickeln sowie Hinweise auf notwendige bauliche Veränderungen zu geben (Förderung: 19.700 Euro).

Nichtgewerblich genutzte Gebäude: Für sieben Vorhaben gibt es im mittleren Erzgebirge eine 60-prozentige Leader-Förderung. Dazu zählt etwa die Reparatur einer Skaterbahn in Ansprung (Förderung: 14.500 Euro). Für Verschönerungsarbeiten im Umfeld des Vereinshauses in Satzung fließen 12.000 Euro. In Reifland fließt Geld in einen Spielplatz an der Saidenbachtalsperre. Großspielgerät, Kletterpyramide und Sandkasten werden erneuert (Förderung: 28.500 Euro). Balancieranlage und Bank werden auf einem Spielplatz in Wünschendorf bezuschusst (15.800 Euro).

Gebäude für Wohn- und gewerbliche Zwecke: Für den Um- und Ausbau eines denkmalgeschützten Hauses in Grünhainichen erhält die Firma Hobler eine 30-prozentige Förderung. In dem 1826 errichteten Gebäude sollen Werks-, Montage- und Schauräume entstehen. Neun derartige Projekte werden im mittleren Erzgebirge gefördert. (mik/hd)

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