So steht es um den Stadtwald von Marienberg

Niedrige Holzpreise, Sturm- und Schneebruchschäden sowie die Gefahr vor Käferbefall: Carola Leistner hat den Stadt- räten die aktuelle Lage erläutert. Dabei übt die Amtsleiterin Kritik am Landratsamt.

Marienberg.

Sie sind winzig, können aber großen Schaden anrichten: Borkenkäfer. Experten sprechen von einer Bedrohung der Wälder durch die Holzschädlinge. Über die Situation und weitere Probleme im Marienberger Stadtwald hat Carola Leistner in der jüngsten Sitzung des Verwaltungsausschusses informiert.

Die Sachgebietsleiterin bei der Stadt sprach von einer unübersichtlichen, aber beherrschbaren Lage. Zwar seien im vergangenen Jahr befallene Hölzer schnell entfernt und dadurch Altschäden vermieden worden. Dennoch müssten gesunde Bäume vor Käferbefall geschützt werden, betont Leistner. Sie und zwei weitere Mitarbeiter haben Käferfallen aufgestellt, die die Tiere nicht töten, sondern nur aufspüren. Schließlich muss auch die Stadt seit dem Erlass einer Allgemeinverfügung durch den Landkreis befallene Bäume noch vor dem Ausflug der Käfer aus dem Wald bringen. Leistner kritisiert die Verfügung: "Ich habe darin nichts gefunden, was uns retten könnte. Es handelt sich nur um eine Meldepflicht. Es ist keine Lösung des Problems. Die Arbeit bleibt bei den Waldbesitzern."

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Und die haben noch andere Sorgen. In Marienberg wurden die Sturm- und Schneebruchschäden aufgearbeitet. Die Bilanz: 1200 Festmeter Bruchholz. Zudem müssten dringend Zäune repariert werden, um gepflanzte Jungbäume vor Wildfraß zu schützen. Obendrein sei es schwierig, Firmen zu finden, die das Holz aus dem Wald schaffen. Die Auftragsbücher seien schlichtweg voll. Und die Situation bringt noch ein Problem mit sich. "Der Markt ist gesättigt, der Holzpreis im Keller. Und er geht weiter nach unten", so Leistner. Der Preis für einen Festmeter sei von 58 Euro im Vorjahr auf aktuell 35 Euro gefallen. Die Amtsleiterin legt sich daher schon jetzt hinsichtlich der Waldbewirtschaftung und dem Jahresziel von 1300 Festmetern fest: "Wir werden die geplanten Einnahmen nicht erreichen."

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