Solarpark erzeugt Einnahmen für Gemeindekasse

Die Fotovoltaikanlage in Heidersdorf wird laut Hersteller Strom für 150 Haushalte liefern. Davon profitiert auch die Kommune.

Heidersdorf.

Bläulich-schwarze Platten nehmen dem Löwenzahn das Sonnenlicht - und erzeugen damit bald Strom. Die Wiese auf dem alten Industriegelände an der Olbernhauer Straße in Heidersdorf hat sich in den vergangenen Wochen in einen Solarpark verwandelt. Zirka 1,4 Hektar ist er groß. Ende Juni geht die Anlage in Betrieb, bestätigte nun Justus Schölch, der zuständige Junior-Projektleiter der Firma Vento Ludens.

Zunächst will Vento Ludens den Strom ins öffentliche Netz einspeisen. Dies werde derzeit noch staatlich gefördert. "Mittel- bis langfristig ist es jedoch unser Ziel, den Strom direkt an die regionalen Verbraucher zu verkaufen und somit eine kostengünstige und lokale Alternative zu den üblichen Anbietern darzustellen", sagt Schölch. Die Anlage besteht aus über 2000 Modulen mit einer Leistung von jeweils 270 Watt. Etwa 150 Durchschnittshaushalte können damit versorgt werden.


Aber warum baut Vento Ludens, eine Firma aus dem schwäbischen Jettingen-Scheppach, ausgerechnet in Heidersdorf? Laut Schölch platziert das Unternehmen seine Solarparks vorzugsweise in der Nähe von Siedlungen sowie Gewerbe- oder Industriegebieten. Denn dort seien auch die Verbraucher. "Nicht mehr genutzte Industrieflächen wie in Heidersdorf sind hierbei gut geeignet, auch deshalb, weil der Fläche wieder eine nachhaltige Nutzung zukommt." Vento Ludens investiert nach eigenen Angaben rund 800.000 Euro in Heidersdorf.

Und auch die Kommune gewinnt dabei. Laut Bürgermeister Andreas Börner (PBI) erhält Heidersdorf 80 Prozent der Gewerbesteuern. Die restlichen 20 Prozent bleiben am Stammsitz der Firma, die damit ein lukratives Geschäft machen dürfte: Die Gewerbesteuern sind in Heidersdorf so niedrig wie sonst nirgendwo im Erzgebirgskreis. Börner wiederum hat die Einnahmen eingeplant, um ein Haushaltsloch zu stopfen - eine von vielen Sparmaßnahmen, welche die Gemeinderäte jüngst beschlossen haben. Im Etat fehlten Anfang des Jahres 40.000 Euro, wie eine Prüfung des Landratsamtes ergab.

Vento Ludens hatte schon vor drei Jahren ein ähnliches, noch größeres Projekt in Heidersdorf angeschoben. Damals sollten 1,5 Millionen Euro investiert werden, um einen Solarpark mit einer Fläche von 19.000 Quadratmetern anzusiedeln. Doch die Pläne wurden nie umgesetzt. Die Gründe laut Vento Ludens: sinkende Einspeisevergütung bei steigenden Preisen für Module.

Vor einigen Jahren nahm die Firma eine Fotovoltaikanlage in Niederdorf bei Stollberg in Betrieb. Zudem werden weitere Projekte in der Region entwickelt, sagte Schölch, jedoch ohne konkrete Standorte zu nennen. (mit tor)

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...