Sonderausstellung widmet sich Ausrüstung und Bewaffnung

Mithilfe von Leihgebern - unter anderem aus der Lausitz - und eigenen Exponaten ist im militärhistorischen Museum in Wolkenstein eine besondere Schau entstanden.

WOLKENSTEIN.

Vor zwei Jahren hat Hans-Jürgen Donner im militärhistorischen Museum Wolkenstein eine Dauerausstellung bunter Uniformen und Waffenröcke aus der Zeit um Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ersten Weltkrieg eröffnet, in dem bekanntlich deutsche Soldaten im Feldgrau und mit Pickelhaube zur Welteroberung aufbrachen. Damals ahnte der Chef des gleichnamigen Fördervereins nichts von der großen Resonanz, auf die der Fundus unter Gleichgesinnten und Freunden der sächsischen Militärhistorie stieß. "Immer wieder kamen Fragen und auch Angebote für Leihgaben, die eine museale Erweiterung der Thematik zum Inhalt hatten", erinnert sich der Wolkensteiner.

Die Pläne für eine ergänzende Sonderausstellung waren schnell geschmiedet, doch eine Krankheit hinderte den 72-Jährigen an deren Umsetzung. Nun konnte die Sonderschau endlich öffnen. Nicht Uniformen, sondern die Bewaffnung, Ausrüstung und mit dem Militärdienst in Verbindung stehende Erinnerungsstücke, Dokumente und historische Fotos der Königlich-Sächsischen Jäger und Schützen in dieser Epoche zeigen rund 50 Exponate in der Eingangshalle des Museums am Schlossplatz.


Mehr als zehn befreundete Leihgeber hatten Hans-Jürgen Donner ihre Schätze angeboten, hinzu kommen eigene Exponate. Entsprechend interessant und umfangreich ist die Ausstellung auch für Besucher, die mit weniger Kenntnis auf militärhistorischem Gebiet in die Bergstadt kommen. Uniformteile und unterschiedliche Kopfbedeckungen, Epauletten des 2. Königlich-Sächsischen Jägerbataillons, Säbeltroddel, Koppenschlösser und auch reich verzierte Schützenschnüre erinnern in ihrer aufwendigen Gestaltung heute kaum noch an militärisches Rüstzeug. Zwischen ihnen findet der aufmerksame Betrachter in drei Vitrinen auch persönliche Dinge wie eine Taschenuhr, Entlassungsdokumente und handkolorierte Feldpostkarten. Ein historisches Foto stammt aus dem Jahr 1905 und zeigt das Freiberger Jägerbataillon auf dem Exerzierplatz der Kaserne.

Ein umfangreicher Teil der Sonderausstellung ist mit von Jens Schurig zur Verfügung gestellten Pistolen, Gewehren und Bajonetten ausgestattet, die einen Einblick in den Stand der Waffentechnik dieser Zeit geben. Der 50-Jährige aus Rothenburg in der Oberlausitz ist anerkannter Sammler und seit vielen Jahren mit Hans-Jürgen Donner befreundet. "Das Wolkensteiner Museum genießt in Sachsen und darüber hinaus einen guten Ruf, sodass ich die gewünschten Leihgaben gern zur Verfügung stelle", erklärte er am Eröffnungstag. Unter seinen Raritäten befinden sich auch eine originale Jägerbüchse mit Bajonett, gebaut in der Zeit von 1821 bis 1834, und ein Schützengewehr von 1807. "Mit dieser Bewaffnung sind die Königlich-Sächsischen an der Seite von Napoleon in den Russlandfeldzug eingetreten. Am Ende der Völkerschlacht bei Leipzig hat ein Teil von ihnen die Fronten gewechselt." Auch solche Geschichten erzählt die Ausstellung.

Die Sonderschau "Königlich-Sächsische Jäger und Schützen" ist noch bis 24. September Dienstag bis Sonntag, an Feiertagen und während der sächsischen Schulferien auch montags jeweils in der Zeit von 11 bis 16 Uhr geöffnet.

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