Spaß und Spektakel auf zwei Rädern

Mehr als 300 Zuschauer hat das Fan-Turnier der Großolbersdorfer Radballer angelockt. Diese bekamen nicht nur interessante Spiele, sondern auch Action pur zu sehen.

Großolbersdorf.

Vom Anfänger bis zum Weltmeister ist am Samstag in der Großolbersdorfer Turnhalle alles zu erleben gewesen. Wieder einmal erwies sich das Fan-Turnier der Radballer vom SV 1870 Großolbersdorf nicht nur als sportlicher, sondern auch als kultureller Höhepunkt. Neben der Band "De Wurzelbacher", die für musikalische Unterhaltung sorgte, war dafür vor allem Marco Hösel verantwortlich. Der mehrfache Weltmeister im Fahrradtrial raubte dem Publikum mit seinen Kunststücken den Atem. Im wahrsten Sinne des Wortes traf das auf die Zuschauer zu, die zum krönenden Abschluss der Show als lebendiges Hindernis dienten.

Nachdem Hösel zuvor schon über meterhohe Holzpaletten gesprungen war, hatte er auch den "Flug" über drei Besucher sicher gemeistert. Als sich dann aber noch ein vierter Zuschauer auf den Boden legen sollte, hielten viele im Publikum - und nicht zuletzt die Beteiligten selbst - den Atem an. Doch das Baucheinziehen wäre gar nicht nötig gewesen, denn Hösel meisterte auch diesen Sprung souverän. Dabei hat der 38-Jährige seine Karriere längst beendet und fährt auch die Zahl seiner Schauvorführungen deutlich herunter. "Früher waren es 60 bis 70 Shows pro Jahr, jetzt sind es nur noch 20 bis 30", sagt der Stollberger, der der Einladung nach Großolbersdorf dennoch gern folgte, denn "das ist hier eine sehr fahrradaffine Ecke". Damit spielte er neben dem Mountainbike- auch auf den Radballsport an, der Großolbersdorf in den 1990er-Jahren bis in die 2. Bundesliga geführt hatte.

Selbst hat Hösel nie Radball gespielt, aber er sieht Parallelen zum Trial: "Man braucht viel Balancegefühl, um Vorder- und Hinterrad zu versetzen." Zwei, die das zuvor noch nie gemacht hatten, sind Sebastian Ahnert und Jerome Würzburg aus Gelenau. Trotzdem wagten sie sich beim Radball-Turnier an den Start. "Das Ganze war eine Schnapsidee aus der Silvesternacht", so Ahnert. Mit Freunden, zu denen auch Jugend-Spieler Christian Kropat vom SV 1870 gehörte, kam es zu einer Gaudi-Wette. Gesagt, getan. Eine kurze Übungseinheit in der Woche zuvor und schon setzten sich die Gälner Rücktritt-Brothers in den Sattel, aus dem sie während des Turniers hin und wieder herausfielen.

"Eigentlich mache ich viel Sport, aber diese Körperbeherrschung, Balance und Psyche - das ist extrem schwierig", fand Ahnert. Obwohl der 34-Jährige und sein Partner nicht das erhoffte Tor erzielen konnten, erreichten sie ein anderes Ziel: "Wir haben nie zweistellig verloren." Dass die von einem Fanclub begleiteten Gelenauer trotzdem Letzte wurden, störte sie nicht. Um den Sieg, den sich die Großolbersdorfer Max Golla und Nick Schreiter sicherten, ging es ihnen nicht. Im Mittelpunkt stand für alle der Spaß.

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