Stadt lässt alte Fabrik abreißen

Der Eigentümer hatte seine Steuerschulden nicht beglichen. Olbernhau erwarb die Immobilie. Der weitere Weg gestaltete sich schwierig.

Olbernhau.

Ein ehemaliger Industriebau an der Blumenauer Straße in Olbernhau wird voraussichtlich im kommenden Monat abgerissen. Dabei handelt es sich um die Eckert-Fabrik, rechter Hand kurz vor dem Ortsausausgang Richtung Blumenau. Das Gebäude befindet sich seit anderthalb Jahren im Besitz der Stadt Olbernhau. Auf der jüngsten Sitzung hat der Stadtrat den Abbruch der maroden Fabrik einstimmig beschlossen - doch bis dahin war es ein langer Weg.

Die Holzwarenfabrik Eckert produzierte nach dem Zweiten Weltkrieg Pyramiden, Adventskränze und anderen Weihnachtsschmuck. Nach 1990 stand das Gebäude über einem längeren Zeitraum leer und wurde zunehmend baufällig. Zudem kam der damalige Eigentümer nicht seiner Steuerpflicht nach. Schon Anfang 2016 strebte die Stadt Olbernhau deshalb eine Zwangsversteigerung der Immobilie an, mit dem Ziel, das Gebäude abreißen zu können. Nach der gerichtlichen Bewilligung der Auktion erhielt das Mindestgebot der Stadt am 24. Januar 2018 den Zuschlag.


Doch auch der Wunsch nach Fördermitteln für das Vorhaben stellte die Stadt vor eine Herausforderung. Ein erster Antrag auf eine EU-Förderung bei der Sächsischen Aufbaubank (SAB) wurde nicht bewilligt. Die Begründung der SAB: Der Antrag sei zwar formal richtig, das Gebäude befinde sich jedoch nicht in der ausgewiesenen Förderkulisse. Ende Juni hat die Stadt deshalb erneut einen Antrag bei der SAB gestellt, diesmal um Geld aus einem Programm des Freistaates zu erhalten. Dieser Antrag wurde bewilligt und eine Förderung noch für dieses Jahr in Aussicht gestellt. Die Bedingung: ein sogenannter Maßnahmebeschluss, der nun auf der jüngsten Stadtratssitzung gefasst worden ist.

Olbernhau hat 140.000 Euro für Abbrucharbeiten in den aktuellen Haushalt eingestellt. Die Kosten für den Abriss der Eckert-Fabrik werden auf rund 99.000 Euro kalkuliert, die beantragte Förderquote beläuft sich auf 90 Prozent. Somit liegt der Eigenanteil der Stadt bei rund 9900 Euro.

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