Stadt lässt eingestürzte Mauer erneuern

Der 2015 nur notdürftig gesicherte Uferbereich in Pobershau wird ab Montag saniert. Für die Anwohner entschärft sich die Lage aber noch nicht.

Pobershau.

Sicher sieht anders aus. Sandsäcke stapeln am Ufer der Roten Pockau in Pobershau übereinander. Planen decken die Böschung ab. Absperrgitter aus Kunststoff stehen an der kleinen maroden Holzbrücke, die zu den Häusern führt. Und an diesem Zustand hat sich seit Jahren nichts geändert. Bis jetzt. Ab Montag lässt die Stadtverwaltung Marienberg die eingestürzte Stützmauer in dem Ortsteil erneuen.

Bereits 2015 erfolgte die notdürftige Sicherung des Uferbereichs zum Schutz der umliegenden Grundstücke und Wege vor Überflutung und Ausspülung. Seitdem bemüht sich die Stadtverwaltung um eine grundhafte Sanierung. Doch die untere Wasserbehörde des Landratsamtes stellte weitere Forderungen zur 2016 geprüften Statik, erklärt Oberbürgermeister André Heinrich (parteilos): "Wir mussten deshalb die Planungen komplett überarbeiten." Ergebnis: 25.000 Euro Mehrkosten. Die hat der Stadtrat nun einstimmig abgesegnet, damit der rund 69.000 Euro teure, nicht geförderte Bau umgesetzt werden kann. "Der Mehrbedarf ist gedeckt. Wir gehen nicht an unsere Rücklagen", sagt Heinrich.


Am Montag beginnt ein Unternehmen aus Pockau-Lengefeld mit den Arbeiten. Sie dauern voraussichtlich bis einschließlich 23. Juni. Für die Anwohner bessert sich die Lage allerdings nur bedingt. Die untere Wasserbehörde sperrte 2015 auch die Holzbrücke. "Aus Sicherheitsgründen", erläutert Marienbergs Stadtsprecherin Gisela Clausnitzer. Seitdem können die Anwohner den Weg zur Amtsseite-Dorfstraße nicht benutzen. Und daran ändert sich vorerst auch nicht. Der Bereich ist nicht im städtischen, sondern in Privatbesitz. Und der Eigentümer wartet noch immer auf die Baufreigabe.

Von der Sperrung besonders betroffen ist eine 71-jährige Anwohnerin, die gesundheitsbedingt auf einen Rollator als Gehhilfe angewiesen ist. Seitdem die Brücke dicht gemacht wurde, muss sie einen rund 200 Meter langen Umweg durch die Wiese in Kauf nehmen, um zur nächsten Straße zu gelangen. Über den schwierigen Umstand beschwert sie sich seit Jahren aber nicht.

Während die Sanierung der Brücke weiter auf sich warten lässt, hat der Stadtrat die Beseitigung von weiteren Schäden entlang der Roten Pockau in Pobershau bestätigt. Für rund 460.000 Euro werden am mehreren Stellen im Ort vom Hochwasser betroffene Bereiche erneuert. Das zu 100 Prozent geförderte Projekt soll vom 3. Juli bis 30. Oktober realisiert werden.

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