Stadt muss für Kinder tiefer in die Tasche greifen

Marienberg bringt für die Betreuung in den Einrichtungen fast eine halbe Million Euro zusätzlich auf. Nun drohen Eltern höhere Beiträge.

Marienberg.

Die Kinderbetreuung in Marienberg und seinen Ortsteilen erfordert deutlich mehr Geld, als zunächst angenommen. Die Stadträte haben sich in ihrer jüngsten öffentlichen Sitzung mit zusätzlichen Ausgaben in Höhe von fast einer halben Million Euro beschäftigen müssen. Es ist nicht das erste Mal, dass die Stadt für die Kindertagesstätten, die sich allesamt in freier Trägerschaft befinden, tiefer in die Tasche greifen muss.

Schon Anfang des Jahres stellte der Stadtrat außerplanmäßig 158.000 Euro bereit, weil die Kosten für die Kinderbetreuung im Jahr 2018 auf fast 5,5 Millionen Euro gestiegen waren. Nach der Auswertung der Jahresabrechnungen der freien Träger sei nun festgestellt worden, dass weitere 48.000 Euro nötig sind, damit die Einrichtungen kostendeckend betrieben werden können. Die Stadträte segneten die überplanmäßigen Ausgaben, die mit Mehreinnahmen aus der Gewerbesteuer gedeckt werden, einstimmig ab.

Und diese Entwicklung setzt sich fort. Auch in diesem Jahr werden städtische Mittel, Landeszuschuss und Elternbeiträge nicht ausreichen, um die Kosten für die Kindertageseinrichtungen finanzieren zu können. Die Stadt rechnet mittlerweile mit fast 6,57 Millionen Euro für die Betreuung der Kinder.

Für den Anstieg der Ausgaben gibt es mehrere Gründe. Einerseits stieg die Anzahl der Jungen und Mädchen von 2018 zu 2019 um 31 Kinder, die in Vollzeit Kindertagesstätte, Hort oder Krippe besuchen. Andererseits erhöhten sich dadurch auch die Personalkosten, weil schlichtweg mehr Erzieherinnen und Erzieher benötigt werden. Zudem musste in diesem Jahr mehr in neue Spielgeräte und Mobiliar investiert werden. Den daraus resultierenden Fehlbetrag in Höhe von 420.000 Euro gleicht die Stadt aus. Die zusätzlichen Eigenmittel wurden vom Stadtrat einstimmig genehmigt.

Noch haben die stetig steigenden Kosten keine Konsequenzen für die Eltern. Noch, denn: "Die Diskussion um die Kitagebühren muss wieder geführt werden", erklärt Stadtsprecherin Gisela Clausnitzer. Die jüngste Anpassung erfolgte Ende 2016 - von 195 auf 221,50 Euro (Krippe), von 105 auf 123 Euro (Kindergartenplatz) und von 60 auf 78 Euro (Hort) monatlich.

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