Streit ums Rotwild: Petition abgelehnt

Hegegemeinschaft erhält Unterstützung vom Naturschutzbund

Marienberg/Schneeberg.

Im Streit mit dem Sachsenforst ums Rotwild hat die Hegegemeinschaft Erzgebirge einen Rückschlag erlitten. Die gemeinsam mit weiteren Hegegemeinschaften eingereichte zweite Petition wurde in Dresden vom Petitionsausschuss des Landtages abgelehnt.

Seit Jahren wirft die Gruppe von Jägern, Naturschützern und Bürgern dem Sachsenforst falsche Bejagung, zu hohe Abschusszahlen, unlautere Methoden und keine Kontrolle des Staatsbetriebs vor. Sie fordert in der Petition einen artgerechteren Umgang mit Wild und eine Reform der Jagdbehördenstruktur. Bei der Entscheidung im Ausschuss sei es zu einer Kampfabstimmung gekommen, sagt der erzgebirgische Hegegemeinschafts-Chef Karsten Bergner. "Die Opposition ist geschlossen der Meinung gewesen, die Petition anzunehmen. Die Regierungsmehrheit hat dagegen gestimmt. Für uns hat die Legislative versagt", betont Bergner. Er werde nun keinen dritten Anlauf nehmen. "Aber mir ist bekannt, dass der Verein Bündnis für Wald und Wild demnächst eine ähnliche Petition einreichen wird. Die Abgeordneten müssen sich damit weiter mit dem Thema befassen."


Unterstützung erhält Bergner nun auch vom Naturschutzbund Nabu. Dabei hatte Landeschef Bernd Heinitz zuvor mit seiner Unterschrift ein Schreiben von sieben Natur- und Waldschutzverbänden an Umweltminister Thomas Schmidt (CDU) unterstützt. In dem Brief äußerten sie sich besorgt, dass bei einer Beibehaltung der Wildbestandsdichte der Umbau der Wälder nicht zu schaffen sei. Im Erzgebirge kam das nicht gut an. "Wir haben darauf gedrängt, die Unterschrift zurückzuziehen. Es war ein Schnellschuss vom Landesverband", sagt Matthias Scheffler, Vorsitzender vom Nabu-Kreisverband Aue-Schwarzenberg.

Er und seine Mitstreiter wollen nun zu einer öffentlichen Veranstaltung am Dienstag ab 19 Uhr im Kulturzentrum "Goldne Sonne" in Schneeberg Wege zu einem "friedlicheren Miteinander von Wald und Wild" aufzuzeigen und darüber diskutieren. Es referieren der Forstfachmann Wilhelm Bode und der Wildbiologe Professor Dr. Sven Herzog von der TU Dresden.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...