Trinkwasser: Dörnthaler wollen ans zentrale Netz

Stadt Olbernhau hofft auf Förderprogramm - Wegen Straßenbau drängt die Zeit

Olbernhau.

In zahlreichen Orten Sachsens sitzen Brunnenbesitzer auf dem Trockenen - so auch im Olbernhauer Ortsteil Dörnthal. Sie dürfen nun auf einen Anschluss ans Trinkwassernetz hoffen. Ein weiterer Abschnitt der durch den Ort führenden Hauptstraße soll saniert werden. Im Zuge dessen könnte der Anschluss erfolgen. Allerdings drängt die Zeit, wie sich während einer Einwohnerversammlung zeigte.

Die Stadt hatte zu dem Treffen eingeladen. An die 80 Dörnthaler nahmen teil. Viele von ihnen beklagen, dass wegen der diesjährigen Trockenheit ihre Brunnen, die normalerweise über Oberflächenwasser gespeist werden, keinerlei Wasser mehr liefern. Entsprechend groß ist die Bereitschaft, sich über das zentrale Netz versorgen zu lassen. Die Stadt Olbernhau hatte die Familien im Vorfeld angeschrieben. Mehr als die Hälfte von ihnen antwortete. Exakt 56 waren es. "Ein sensationeller Wert", wie Bauamtsleiter Stefan Procksch während der Versammlung sagte. 51 sagten seinen Worten zufolge Ja. Einer habe Ja gesagt, aber nur wenn der Anschluss gratis sei. Vier lehnten das Vorhaben ab.

Welche Kosten für die Hauseigentümer jeweils zu erwarten seien, wollten die Dörnthaler wissen. Das hänge unter anderem davon ab, wie viele sich anschließen lassen, erklärte Procksch. Zudem komme es darauf an, ob und in welcher Höhe es Fördermittel gibt. Der Olbernhauer Bürgermeister Heinz-Peter Haustein (FDP) unterstrich dies. Er sei guter Dinge, dass der Freistaat angesichts der Probleme, die es vielerorts gibt, ein solches Programm auflegt.

Die Zeit drängt. Möglichst Mitte 2019 soll die Sanierung der Hauptstraße starten, wie der Erzgebirgskreis "Freie Presse" mitteilte. Bis Ende 2020 sollen die Arbeiten dauern. Sie umfassen den noch nicht sanierten Abschnitt bis zur Einmündung in die Staatsstraße. Gesamtkosten: rund 1,8 Millionen Euro. Haustein und Procksch wollen verhindern, dass später erneut die Straße geöffnet wird. Daher sei es wichtig, in Sachen Trinkwasser schnell voranzukommen. Die Stadt will sich mit der zuständigen Erzgebirge Trinkwasser Gesellschaft - sie gehört zum Trinkwasserzweckverband Mittleres Erzgebirge - abstimmen ihr die Umfrageergebnisse vorlegen.

Während der Versammlung nutzten Dörnthaler die Gelegenheit, Wünsche zu äußern - etwa nach einer mobilen Geschwindigkeitstafel, die bei Einhalten des Tempolimits ein Smiley zeigt. Die Verwaltung zeigte sich offen dafür.

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