Trotz kleiner Starterzahl nimmt die Vielfalt zu

Weniger Teilnehmer als erhofft sind zum Oldtimer- treffen nach Witzschdorf gekommen. Dafür bot die achte Auflage eine interessante Neuerung.

Witzschdorf.

Bis zu 25 Liter Benzin auf 100 Kilometer schluckt der 1972er-Chrysler New York von Matthias Kuhnert, wenn er in der Stadt unterwegs ist. "Aber auf der Autobahn ist er ganz entspannt", fügt der 33-jährige Mülsener schmunzelnd hinzu: "Da sind es nur 17,5 Liter." Kuhnert muss es wissen, denn in den gerade mal zwei Monaten, die er seinen US-Straßenkreuzer nun besitzt, hat er schon mehr als 2000 Meilen zurückgelegt. Und seine erste US-Car-Veranstaltung hat er nun auch schon hinter sich, denn zum diesjährigen Oldtimertreffen in Witzschdorf waren am Sonntag neben historischen Fahrzeugen auch solche aus Amerika eingeladen.

"Ich habe selbst mehrere US-Cars. Deshalb wollte ich, dass es diesmal etwas vielfältiger wird", sagt Organisator Olaf Brünnel, der damit auch neue Teilnehmer gewinnen wollte. Ein Vorhaben, das diesmal nicht so leicht in die Tat umzusetzen war. Schließlich musste der 59-Jährige das Treffen als Privatveranstaltung anmelden und erhielt bei seinem Hygienekonzept nur die Erlaubnis für 50 Teilnehmer. "Besucher waren gar nicht erlaubt", ergänzt Brünnel, der die Zurückhaltung in der aktuellen Corona-Zeit zu spüren bekam. Statt der erhofften 50 wurden es lediglich 32 Teilnehmer, darunter sieben Motorradfahrer. Immerhin kamen zu den 24 Voranmeldungen noch einige Kurzentschlossene.

Die weiteste Anreise hatte Uwe Ganzert auf sich genommen. Mit seiner Frau war er den ganzen Weg aus Berlin ins Erzgebirge gefahren, um hier mit anderen Oldtimer-Fans zu plauschen und eine 103 Kilometer lange Ausfahrt zu unternehmen, die diesmal nach Hartmannsdorf führte, wo im Fahrzeugmuseum Station gemacht wurde. "Endlich mal wieder rauskommen", nannte Ganzert seine Motivation nach all den von Corona-Beschränkungen geprägten Monaten. Außerdem seien die Touren im Erzgebirge "immer gemütlich und landschaftlich reizvoll", sagt der Berliner, der auch diesmal das gemütliche Beisammensein nach der Tour genoss. Nur die Livemusik fehlte in Witzschdorf direkt vor den Toren der Oldtimer-Werkstatt von Mitorganisator Patrick Brünnel, der das Hobby seines Vaters zum Beruf gemacht hat.

Ohne Zwischenfall hatten alle Fahrzeuge den Weg gemeistert. Auch der 5,73 Meter lange Chrysler von Matthias Kuhnert, der mit seiner Lebensgefährtin Tamara Schweige unterwegs war, meisterte jede Kurve souverän. "Einen typischen Dodge oder Mustang wollte ich nicht. Es sollte lang und elegant sein", sagt Matthias Kuhnert über sein Auto, in dessen Kofferraum selbst große Leute problemlos schlafen könnten. Damit will er nun "in die US-Car-Szene hineinwachsen", weshalb ihm die geringe Teilnehmerzahl gar nicht so ungelegen kam. "Erst einmal klein anfangen", lautet das Motto. Mit anderen Fahrern kam man schnell ins Gespräch, und die Oldtimer machten das Treffen noch bunter. Nächstes Jahr will der Mülsener auf jeden Fall wiederkommen, was laut Olaf Brünnel kein Problem darstellt. "Wir werden das Konzept beibehalten, auch US-Cars zum Treffen einzuladen."

00 Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.