Unternehmer geben Politikern Wunschliste mit auf den Weg

Eine Forderung: Der örtliche Einzelhandel muss gegenüber der Online-Konkurrenz gestärkt werden. Das ist nicht gerade leicht.

Olbernhau.

Vier Geschäfte haben im vergangenen Jahr in und an der Grünthaler Straße in Olbernhau geschlossen - sie verkauften unter anderem Kleidung und Spirituosen. Zwar siedelten sich ein Hörgeräteakustiker und die Tourismusinformation an. Über den Trend kann das allerdings nicht hinwegtäuschen. Die Entwicklung sei bedenklich, betonte am Dienstagabend Tilo Göhlitzer, Vorsitzender des Mittelständischen Wirtschaftsvereins, während des Neujahrsempfanges in Olbernhau.

Gemeinsam mit dem Gewerbeverein Pfaffroda und der Stadt Olbernhau hatte der Wirtschaftsverein Olbernhau zum Empfang geladen. Rund 100 Gäste kamen. Unter ihnen waren der Bundestagsabgeordnete Alexander Krauß (CDU) sowie die Landtagsabgeordneten Jörg Markert (CDU) und Simone Lang (SPD). Michael Rudolph, Vorsitzender des Gewerbevereins, und Tilo Göhlitzer nutzten die Gelegenheit, Probleme anzusprechen - etwa zur Windkraftnutzung und zur Sicherheit von Firmendaten.


Eine ihrer Forderungen: Internetkonzerne sollten stärker besteuert werden. Dadurch könne der Einzelhandel vor Ort mit der Online-Konkurrenz besser mithalten, findet Tilo Göhlitzer. Auf Nachfrage sagte Krauß, dass es keine einfache Lösung des Problems gebe. Müssen die Unternehmen dort Steuern zahlen, wo sie ihre Dienste anbieten, was in Hinblick auf Online-Größen wie Amazon diskutiert wird, habe das Auswirkungen auf andere Branchen. Zahlt ein Automobilbauer dort Steuern, wo er Autos verkauft und nicht primär am Firmensitz, gehen dem deutschen Staat Einnahmen verloren. Ein Kompromiss sei nötig, so Krauß.

Dabei lasse sich Einzelhändlern auch auf anderem Wege helfen, so Bürgermeister Heinz-Peter Haustein (FDP). Ein Verkehrskonzept wird erarbeitet. Wer einkaufen gehe, will die Geschäfte leicht erreichen. Mit den neuen Ärztehäusern komme potenzielle Laufkundschaft.

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