Veranstaltung informiert zu Hochwasserschutz

Mehrere Ortsteile von Wolkenstein sind 2018 gleich doppelt überflutet worden. Eine Veranstaltung gab nun Tipps, wie sich die Schäden minimieren lassen.

Hilmersdorf.

Die Flut kam innerhalb von Minuten: Binnen einer halben Stunde stand der Sockel des Hauses von Matthias Lorenz unter Wasser. Kostensumme für die Erneuerung von Putz und Dämmung: 9000 Euro. "Zum Glücke hatte ich eine Versicherung abgeschlossen, die das Gros bezahlte", erinnerte sich der Hilmersdorfer.

Der Wolkensteiner Ortsteil wurde im zurückliegenden Jahr gleich zweimal von einem Sturzregen heimgesucht - ebenso das nahe Warmbad und Gehringswalde. Eine Einwohnerversammlung zum Thema Hochwassereigenschutz im Gasthof Hilmersdorf bot nun Informationen, wie die Überflutungsgefahr in einer solchen Situation minimiert werden kann.

Sebastian Golz von der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden erläuterte Möglichkeiten, das eigene Haus vor Flutschäden zu sichern. Dabei warb er für den Hochwasservorsorgeausweis. Das Zertifikat wird von einem Gutachter ausgestellt, der sowohl die Bausubstanz als auch die Gebäudestruktur untersucht. Die analysierten Schwachstellen der Gebäude können anschließend gesichert werden. "Das fängt bei Raumstruktur, Bausubstanz und Dämmung an", so Golz. Möglich seien Schottplatten und Verbundstoffe mit Mineralwolle zur Isolierung von Gebäuden. Lichtschächte und Garagentore ließen sich mittels spezieller Drucktüren beziehungsweise -fenster sichern.

Antje Lange vom Kompetenzzentrum Hochwasser-Eigenvorsorge stellte die Datensammlung des Landeshochwasserzentrums (LHWZ) vor. Die Behörde sammelt und wertet Daten aus, um unter anderem Hochwasserwahrscheinlichkeiten und -intensitäten auf entsprechenden Karten und Statistiken abbilden zu können. Daneben gebe es zahlreiche Apps und Internetangebote zum Thema. "Das Standardwerk, um sich zu informieren, ist aber nach wie vor die Hochwasserschutzfibel", sagte Antje Lange.

www.fib-bund.de/Inhalt/Themen/ Hochwasser/


Kommentar: Zu viele offene Fragen

Das Bewusstsein zum Thema Hochwassereigenschutz ist meist dann erst präsent, wenn es zu spät ist und das eigene Haus unter Wasser steht. Eine entsprechende Informationsveranstaltung ist deshalb wichtig und richtig. In Hilmersdorf blieben jedoch zahlreiche Fragen offen. Viel geworben wurde für den Hochwasservorsorgeausweis. Was der kostet und ob er Vorteile bringt - etwa bei der Versicherung oder zur Akquise von Fördermitteln, um Schutzmaßnahmen am privaten Eigentum finanzieren zu können - wurde nur vage beantwortet. Das dürfte so manchen Besucher zu Recht enttäuscht haben. Hier müssen Antworten her auf die Fragen: Was kann und darf ich bauen? Was kostet mich das Vorhaben? Wer hilft mir bei der Finanzierung?

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...