Vier Kita-Standorte sind in der engeren Wahl

Mit einem ersten Vorstoß zum Bau einer Kindertagesstätte ist Wolkensteins Bürgermeister Wolfram Liebing gescheitert. Im Stadtrat gibt es zumindest kleinere Fortschritte.

Wolkenstein.

Die Stadt Wolkenstein will eine neue Kindertagesstätte errichten. Nun ist der Stadtrat zumindest einen kleinen Schritt vorangekommen. Zwar ist die Frage nach dem Standort noch immer ungeklärt. Allerdings wird in die Suche nun ein Planungsbüro einbezogen. Das ist das Ergebnis einer langen Diskussion. Sie führte außerdem zur Festlegung, dass die neue Tagesstätte auf einem Grundstück errichtet werden soll, das sich im Eigentum der Stadt befindet. Nach zweimaliger Unterbrechung, in der sich die Fraktionen berieten, konnte sich Bürgermeister Wolfram Liebing somit doch noch für eine "zielführende Lösungsfindung" bedanken.

Zu Beginn der Sitzung war dem Stadtchef noch eine gewisse Anspannung anzumerken. Er hatte im Vorfeld versucht, einen Fördermittelantrag für das Projekt ins Rollen zu bringen, der sich auf ein 3000 Quadratmeter großes Grundstück im Ortsteil Hilmersdorf bezog. Bis zum 31. Juli hätte der Antrag eingereicht werden müssen. Ein Termin, der nicht zu halten war, wie Liebing einräumte. Er habe sich an einem Hürdenlauf versucht, bei dem die Hürden zu hoch waren, so der Bürgermeister.

Neben dem Zeitdruck stellte das Grundstück, das einer Stiftung gehört, eine Hürde dar. Das Angebot an die Stadt, per Erbpacht dort ein Objekt zu errichten, kam bei der Demokratischen Wählervereinigung Wolkenstein (DWV) nicht gut an. So bezeichnete Bernd Sachse die Lösung, eine Immobilie mit Erbbaurechtvertrag auf fremdem Grundstück zu bauen und dann 99 Jahre lang zu nutzen, als nicht zeitgemäß: "Wenn wir bauen, dann sicher nur auf einem eigenen Grundstück." Nach Einschätzung der CDU-Fraktion stellt die Erbpacht dagegen durchaus eine Alternative dar. "Sie wird auch heutzutage häufig genutzt", sagte Kay Hofmann. Der Vorschlag, dass sich das Grundstück im Eigentum der Stadt befinden sollte, wurde dennoch in den Beschluss aufgenommen - mit zehn Ja-Stimmen bei fünf Gegenstimmen und einer Enthaltung. Ähnlich fiel am Ende die Abstimmung zum eigentlichen Beschluss aus, mit dem sich die Stadt zum Vorhaben bekennt.

"Wichtig ist, dass Bewegung in der Sache bleibt", sagt Liebing. Es werde nun nicht nur ein Standort untersucht, sondern alle in Frage kommenden. Nach aktuellem Stand sind es vier. Neben der Fläche, auf dem sich die jetzige Kita "Regenbogen" in Gehringswalde befindet, gehören dazu zwei Standorte in Wolkenstein: das Gelände der ehemaligen Kita an der Marienberger Straße sowie die Baufläche "Butterleithe" an der Freiberger Straße, auf die sich der Stadtrat im März 2019 verständigt hatte. Selbst das Grundstück in Hilmersdorf ist noch nicht aus dem Rennen. "Wir werden die Standorte untersuchen und die Augen nach Fördermitteln offen halten", so Liebing, der keine zeitliche Prognose zu dem Projekt wagt, das rund vier Millionen Euro kosten dürfte.

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