Von der Suche nach dem richtigen Auszubildenden

Wie ist es zu schaffen, junge Leute für eine Lehre in der Region zu begeistern? Diese Frage beschäftigte eine Podiumsdiskussion.

Annaberg-Buchholz.

Das Problem ist kein neues: In der Region fehlt es an jungen Menschen, die eine Ausbildung in Handwerk, Industrie, Gastrogewerbe und Co anstreben. Laut aktuellen Zahlen der Arbeitsagentur Annaberg sind noch 599 Jugendliche auf der Suche nach einer Lehrstelle. Demgegenüber stünden 862 unbesetzte Ausbildungsplätze.

Um die Wenigen buhlen die Unternehmen. Doch nicht jeder ist geeignet. Vielen jungen Leuten fehle es an Wissen, Medienkompetenz, Umgangsformen. Das sagten die Teilnehmer einer Podiumsdiskussion der Friedrich-Naumann- und Wilhelm-Külz-Stiftung, die in Annaberg-Buchholz stattfand. Mit dabei waren Matthias Lißke, Chef der Wirtschaftsförderung, und Heiko Schmuck von der Erzgebirgs-FDP.


Doch wie lässt sich das ändern? Wie motiviert man Jugendliche in der Region zu bleiben, eine Ausbildung zu beginnen und sich für den Beruf zu begeistern? Ein Allheilmittel gibt es wohl nicht. Matthias Lißke ist sich aber sicher, dass Berufsorientierung und vor allem praktische Erfahrungen Schlüssel zum Erfolg sein können. Vor allem bei Letzteren sieht er noch Entwicklungschancen. So müssten auch Gymnasiasten, die aktuell vor allem ein Studium anstreben, die Möglichkeiten zum Beispiel eines dualen Studiums besser vermittelt bekommen. Und auch wer eine Ausbildung macht, habe Aufstiegschancen.

Die anwesenden Unternehmer sprachen aber auch das Geld an. So wäre es zum Beispiel für Kleinstunternehmen ein Vorteil, wenn es für die Aufnahme von Praktikanten eine finanzielle Unterstützung gibt. Lässt man sie nur Kaffee kochen, weil niemand Zeit hat, sich um sie zu kümmern, bringe das schließlich niemandem etwas. Und um die Jugendlichen besser auf die Zukunft in der Wirtschaft vorbereiten zu können, müssen Lehrpläne flexibler, der Lehrermangel beseitigt und medienkompetente Lehrkräfte eingestellt werden. Auch bürokratische Hürden für Praktika sollten gesenkt werden. Ein Problem beim Thema Azubis ist laut Matthias Lißke auch, dass die Abbrecherquote bei etwa 25 Prozent liegt. Doch auch wenn die Diskutanten viel über mangelnde Arbeitsmoral, Schwächen beim Schreiben und Rechnen, Handy-Abhängigkeit und Co sprachen, den Kampf aufgeben wollen sie nicht. Und vielleicht müsse auch begonnen werden, mehr zum gegenseitigen Verständnis beizutragen. "Viele haben noch immer nicht verstanden, dass das eine andere Generation ist, mit der man umzugehen lernen muss", so Lißke.

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