Von einem, der auszog, moderne Figuren zu entwerfen

Gerd Kaden stellt im Seiffener Spielzeugmuseum aus. Die Schau ist einer seiner beruflichen Leidenschaften gewidmet.

Seiffen.

Die Eröffnung der neuen Ausstellung im Treppenhaus des Erzgebirgischen Spielzeugmuseums Seiffen am Wochenende hat eine ganze Besucherschar angezogen. Zu sehen sind dort Werke eines Mannes, den wohl jeder kennt, der sich mit Holzgestaltung im Erzgebirge beschäftigt: Gerd Kaden, gebürtiger Seiffener, gelernter Holzspielzeugmacher, Professor für Holzgestaltung, Firmengründer, bis 2012 Dekan der Fakultät Angewandte Kunst Schneeberg der Westsächsischen Hochschule Zwickau, vielfach Ausgezeichneter - und Geburtstagskind. Der Neuhausener wird in diesem Jahr 70 Jahre alt.

Die Schau heißt "Figuren. Entwurf und Serie - Gerd Kaden" und stellt eine berufliche Leidenschaft des Gestalters in den Mittelpunkt. Das ist die Entwicklung moder- ner Formen für Holzspielzeugmacherfirmen, die in großer Serie produziert werden können, wobei die Figurenserien wiederum auch immer eine volkskünstlerische Anmutung besitzen. Die von Ka- den entworfenen Sortimente prägen bis heute das Erscheinungsbild vieler erzgebirgischer Handwerksbetriebe und Manufakturen. Zu sehen sind in Seiffen derzeit unter anderem Räuchermänner und Nussknacker, aber auch Entwürfe für die Figuren.


Vor zehn Jahren waren in Seiffen bereits einmal Werke von Gerd Kaden in einer Personalausstellung ausgestellt. Damals konzentrierte sich die Schau auf von ihm entworfenes Holzspielzeug, wie beispielsweise die Kugelbahnen.

Unter den Besuchern, die zur Ausstellungseröffnung ins Museum strömten, befanden sich auch ehemalige Kollegen und Studenten der Fachhochschule für Angewandte Kunst Schneeberg, der jetzigen Fakultät Angewandte Kunst der Westsächsischen Hochschule Zwickau, die ihrem ehemaligen Professor die Ehre erwiesen. "Ich bin mit den Figuren und Entwürfen Gerd Kadens aufgewachsen, sie sind mir eine Inspiration seit der Kindheit", sagte Lydia Krohs, die gerade in der Ausbildung zur Spielzeugmacherin steckt.

Die Ausstellung "Figuren. Entwurf und Serie - Gerd Kaden" im Spielzeugmuseum Seiffen ist bis zum 28. Februar des kommenden Jahres zu sehen. Geöffnet ist täglich von 10 bis 17 Uhr.


Mit fast gleichen Formteilen kann eine Vielzahl an Typen hergestellt werden

Gerd Kaden wurde am 3. August 1949 in Seiffen geboren. Seine Eltern wohnten und arbeiteten bei Richard Glässer, der Vater Heinz als Meister, die Mutter als Heimarbeiterin.

Die Lehre zum Facharbeiter für Holzspielzeug absolvierte Gerd Kaden in der Firma Richard Glässer bei seinem Vater. Nach dem Abschluss des Studiums als Holzgestalter an der Fachschule für Angewandte Kunst folgte 1975 eine Anstellung als Holzgestalter in der Entwicklungsstelle der Erzeugnisgruppe Raum- und Tafelschmuck, zugehörig der KWO.

Das Besondere an den Entwürfen Gerd Kadens war die seriell optimierte Gestaltung. Daher war es möglich, mit fast gleichen Formteilen eine Vielzahl an markanten Typen herzustellen. Ab 1978 war Gerd Kaden freiberuflich als Holzgestalter tätig.

Als Honorarlehrkraft von Prof. Hans Brockhage gewonnen, begann er 1986 in Schneeberg zu lehren. Höhepunkt für Gerd Kaden war im Jahr 1992 die Berufung zum Professor für Holzgestaltung an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Zwickau, der heutigen Westsächsischen Hochschule Zwickau, in der Schneeberg damals als Fachbereich auf- ging.

Die von Gerd Kaden entworfenen Figurensortimente prägen bis heute das Erscheinungsbild vieler erzgebirgischer Handwerksbetriebe und Manufakturen. (dit)

Bewertung des Artikels: Ø 5 Sterne bei 1 Bewertung
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...