Vor diesen Aufgaben steht die Bergstadt

Marienbergs Oberbürgermeister André Heinrich hat zum Neujahrsempfang über Herausforderungen der nächsten Jahre gesprochen. Kritische Worte fand er für die CO2-Steuer.

Marienberg.

Oberbürgermeister André Heinrich (parteilos) hat den Neujahrsempfang in der Marienberger Stadthalle genutzt, um das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen. Zugleich richtete er in seiner Ansprache den Fokus auf bevorstehende Aufgaben der nächsten Jahre. Viel Applaus erhielt der Stadtchef wiederum für seine kritischen Worte zur CO2-Steuer.

Eine der großen Herausforderungen werde der Breitbandausbau, betonte Heinrich. Um alle Häuser ans Glasfasernetz anzuschließen, werden rund 50 Millionen Euro investiert, die die Stadt komplett gefördert bekommt. Die Ausschreibung sei nun erfolgt. Die Stadt befinde sich in Vorgesprächen. "Dieses Projekt wird uns über mehrere Jahre beschäftigen", erklärte Heinrich.

Weitere wichtige Aufgabe - nicht nur für Marienberg: Die Erzgebirger dürften sich nicht auf dem Welterbetitel ausruhen: "Ein wesentlicher Bestandteil zukünftiger Arbeit wird sein, gemeinsam Strategien und Umsetzungen vernünftig und nachhaltig zu entwickeln." Zuletzt erst hatte Matthias Lißke, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Erzgebirge, betont, dass in den nächsten sieben bis acht Jahren 70 Millionen Euro benötigt werden, um die Welterbestätten zu sanieren.

Derweil bereitet Heinrich die jüngsten Trockenperioden große Sorge. Zwar blieben 2019 in der Region große Schäden aus. Doch die Trockenheit habe zu Schöpfverboten und zum Versiegen von Hausbrunnen geführt. Deshalb müsse sich mit dem Anschluss der sogenannten Brunnendörfer weiter auseinandergesetzt werden. Unter anderem sind die Marienbergs Ortsteile Sorgau und Rübenau nicht ans Trinkwassernetz angeschlossen.

In diesem Zusammenhang sei Heinrich gespannt, wie mit den klimapolitischen Zielen in Deutschland auch tragfähige Lösungen für den ländlichen Raum geschaffen werden. Dabei hoffe er, dass eine CO2-Steuer nicht als Lösung und Allheilmittel betrachtet wird. Sie werde vielmehr zu massiven Preiserhöhungen in allen Bereichen führen und dadurch die Akzeptanz für Klimaschutz wesentlich erschweren. Der Oberbürgermeister sagte: "Es gilt, das Verständnis für den Klimaschutz mit vernünftigen und machbaren Varianten konsequent anzugehen - verträglich für die Wirtschaft und verträglich für die Endverbraucher."


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