Wann die ersten Ärzte im neuen MVZ praktizieren werden

Der Baustart für das neue Versorgungszentrum in Marienberg ist erfolgt - allerdings verspätet. Derweil macht der Betreiber keinen Hehl daraus, woher die benötigten Mediziner kommen sollen.

Marienberg.

Der Startschuss für das Millionenprojekt an der Freiberger Straße in Marienberg ist gefallen. Der Bau des neuen Medizinischen Versorgungszentrums hat - wenn auch mit einiger Verspätung - begonnen. Der Betreiber verschiebt damit auch den angestrebten Termin, wann die ersten Ärzte in dem Neubau praktizieren werden. Zudem gibt er erstmals die genauen Kosten bekannt.

Mit einigen Monaten Verzögerung sind nun die ersten Arbeiten auf dem Grundstück stadtauswärts Richtung Olbernhau erfolgt. Rund 150 Lkw-Ladungen Erde wurden abgetragen, sagt Michael Kosel, Aufsichtsratvorsitzender der Kölner Verwaltungsgenossenschaft "MVZ Der Arzt", die als Träger schon Einrichtungen in Chemnitz und Aue übernommen hat. Dass sich der Start des nächsten Projekts in Marienberg verspätet, begründet Kosel mit einer längeren Baugenehmigungsphase. Zudem sei die Finanzierung mithilfe von Partnern abschließend geklärt worden. Sie sei komplett gesichert. Der Aufsichtsratsvorsitzende spricht von 15 Millionen Euro Gesamtkosten.

Lässt es das Wetter zu, könnten noch vor dem Jahreswechsel die Baugrube ausgehoben und Frostschutz aufgebracht werden. Kosel rechnet mit mindestens einem Jahr Bauzeit. Der ursprüngliche Plan, dass bereits im nächsten Jahr die ersten Patienten am neuen MVZ behandelt werden können, kann nicht gehalten werden. "Wir hoffen nun, im ersten Quartal 2021 eröffnen zu können", legt sich Kosel fest.

An den Plänen, welche Ärzte künftig im MVZ praktizieren werden, hat sich hingegen nichts geändert. Das Versorgungszentrum soll acht Praxen und ein OP-Zentrum - eine Augenklinik, in der ambulant operiert wird - für bis zu zwölf Mediziner beherbergen. Neben zwei Augenärzten könnten sich mehrere Allgemeinmediziner und weitere Fachärzte niederlassen. Im Gespräch seien Urologe, Hautarzt und Neurologe. "Zwei davon werden es. Die Praxis für Neurologie ist dabei sehr wahrscheinlich", erklärt Kosel. Zusätzlich sind medizinische Dienstleister vorgesehen - Hörgeräteakustiker, Optiker, Sanitätshaus und Apotheke.

Bei der Zulassung der benötigten Arztstellen seitens der Kassenärztlichen Vereinigung erwartet Stephan Lazarides keine Probleme. Er ist Geschäftsführer der "MVZ Der Arzt Erzgebirge" GmbH, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Kölner Verwaltungsgenossenschaft und Betreiber des Ärztezentrums in Marienberg. Lazarides hat Erfahrung auf dem Gebiet, leitete zuvor zwölf Jahre lang als Geschäftsführer das Diakoniekrankenhaus Chemnitzer Land in Hartmannsdorf.

Er und Kosel gehen davon aus, dass zum Start des MVZ in der Bergstadt schon mindestens fünf Mediziner Patienten behandeln werden. Und sie seien guter Dinge, alle weiteren Stellen schnell besetzen zu können. Dabei macht der Aufsichtsratsvorsitzende keinen Hehl daraus, woher die benötigten Ärzte kommen sollen. Es werden gezielt Mediziner aus Krankenhäusern abgeworben.

Im Januar sagte Kosel noch, dass auch ausländische Ärzte - speziell aus Polen - den Bedarf decken sollen. Schließlich betreibt die Kölner Verwaltungsgenossenschaft in Warschau ein Büro. Nun rechnet er damit, genügend sächsische Mediziner zu finden - solche, die eine Alternative zu den Krankenhäusern suchen. "Das hat uns die Erfahrung gezeigt, die wir bereits in Chemnitz gesammelt haben", sagt Kosel.

"Wir können bessere Arbeitszeiten ohne Schicht- und Wochenenddienst bei gleichem Verdienst bieten", ergänzt der Aufsichtsratsvorsitzende. Zudem könnten Ärzte am MVZ im Vergleich zum Krankenhaus unter weniger Druck arbeiten und hätten mehr Zeit für Patienten.

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