Warum tschechische Suppe auf der Karte steht

Lehrlinge bereiten in Oederan Gerichte aus ihrer Heimat zu

Oederan.

Eine Brise böhmische Kochkunst würzt derzeit die Speisekarte im "Haus am Klein-Erzgebirge" in Oederan: Seit knapp drei Wochen bereiten Lehrlinge aus Tschechien Gerichte nach Rezepten aus ihrem Land zu. Mit Koch Jakub Mista und Servicemann Jakub Pavel Gottlieb sammeln zwei Lehrlinge der Hotelfachschule Teplice praktische Erfahrungen. Noch bis Sonntag werden sie im regulären Gaststättenbetrieb ihren Mann stehen. "Die beiden Kollegen haben sich prima eingearbeitet, es macht Spaß mit ihnen", berichtet Jane Schwarz vom Klein-Erzgebirge. Der Austausch findet während der 12. Tschechischen Wochen, einer touristischen Veranstaltung im Erzgebirge, statt.

"Die Verständigung klappt, um ordentliche Arbeit zu leisten. An der Berufsschule werden Deutsch und Englisch unterrichtet, zudem nutzen wir das Smartphone als Wörterbuch, um unbekannte Vokabeln auszutauschen. Sie sind voll in unser System integriert und sind wissbegierige Mitstreiter, die aber genauso ihre Kochkenntnisse aus der Heimat einbringen", sagt Jane Schwarz. Die Oederaner waren wiederholt Partner des Projektes Tschechische Wochen. Der Wirte-Stammtisch Altenberg-Geising hat es 2008 initiiert, um über den Grenzbach hinweg Akzente in der regionalen Tourismusindustrie zu setzen. Zum einen, um tschechischen Berufseinsteigern die Möglichkeit eines Praktikumseinsatzes zu geben. Zum anderen, um Arbeitskräfte für eine Mitarbeit in den deutschen Betrieben zu interessieren. "Fremdenverkehrseinrichtungen sind vor etwa sechs Jahren auf uns zugekommen und haben gefragt, ob wir das Vorhaben unterstützen. Wie damals haben wir das auch 2019 getan", erklärt Schwarz.


Die 17-Jährigen zählen zu den 35 Berufsschülern, die 2019 in Deutschland zwölf Wochen beschäftigt sind. "Ich habe zuerst in Oberwiesenthal gearbeitet, dann in Freiberg. Und nun in Oederan", so Jakub Pavel Gottlieb. Er sieht seine Zukunft in der Medizin: "Ich will studieren, später in einem Krankenhaus arbeiten." Auch sein Kochfreund blickt voraus, er will in der Branche Fuß fassen. "Es ist nicht einfach, in meiner Heimat einen guten Arbeitsplatz zu finden. Deshalb könnte ich mir gut vorstellen, als ausgebildeter Koch zurückzukehren", sagt Jakub Mista.

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