Was die Soldaten aus Marienberg in Litauen erwartet

Marienbergs Kommandeur Axel Niemann hat zum Neujahrsempfang Details zum Einsatz im Baltikum bekannt gegeben. Nach Afghanistan müssen die Bergstädter derweil nun doch nicht.

Marienberg.

Die ersten Truppen sind bereits auf dem Weg ins Baltikum. Bis zur Übergabe am 6. Februar werden mehr als 300 Panzergrenadiere aus Marienberg in Litauen stationiert sein. Dann übernehmen die Soldaten der Erzgebirgskaserne bereits zum zweiten Mal die Leitung des multinationalen Gefechtsverbands an der Nato-Ostflanke. Beim Neujahrsempfang am Mittwochabend in der Stadthalle gab Marienbergs Kommandeur, Oberstleutnant Axel Niemann, Details bekannt, was die Bergstädter in Rukla erwartet, wo sie gemeinsam mit Truppen aus Norwegen, Kroatien, Tschechien, Luxemburg, Belgien, den Niederlanden und einer Isländerin das baltische Land vor einen möglichen russischen Angriff schützen.

"Um es auf den Punkt zu bringen - das ist gelebte Bündnisverteidigung", sagte Niemann. Bis Ende Juli, Anfang August unterstehen die Marienberger taktisch einer litauischen Brigade. "Wir bilden aus, wir üben viel, üben zusammen mit den anderen Nationen. Natürlich stehen wir im Ernstfall den litauischen Partnern zur Seite", betonte der Oberstleutnant. Höhepunkt werde jedoch die gemeinsame Übung mit den USA im Mai sein.

Aktuell hat die größte US-Truppenverlegung nach Europa seit dem Fall des Eisernen Vorhangs begonnen, so Niemann. Bei der sogenannten "Defender Europe 2020" werden mehr als 20.000 amerikanische Soldaten nach Osteuropa verlegt [FP+]. Dort proben sie mit den Nato-Partnern eine erhöhte Einsatzbereitschaft, um mögliche Gegner abzuschrecken. Im Mai werde es dabei eine gemeinsame Großübung im Baltikum geben - auch mit den Marienberger Jägern.

Unmittelbar nach der Rückkehr aus Litauen werde erneut ein Zug aus der Erzgebirgskaserne den Gefechtsverband in Rukla unterstützen. Vom folgenden Afghanistan-Einsatz wurden die Bergstädter hingegen komplett entbunden, sagte Niemann. Noch vor einem Jahr hatte der Kommandeur erklärt, dass seine Soldaten 2022 und 2024 die Nato bei der Ausbildung und Beratung der afghanischen Sicherheitskräfte unterstützen werden. Dieser Auftrag entfällt. Stattdessen sollen die Panzergrenadiere in dieser Zeit zwei Sicherungskompanien stellen - sprich schnelle Einsatztruppen auf Abruf.

Derweil rechtfertigte Niemann den Einsatz in Litauen abermals mit einer potenziellen Bedrohung durch Russland. Nach den Geschehnissen 2014 in der Ostukraine und der Annexion der Krim würden im Baltikum Bedenken über mögliche weitere Expansionsvorhaben Russlands geäußert, so der Kommandeur. Nur reden, würde nicht ausreichen.

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