Was tun, wenn der Strom wegbleibt?

Schon gehört?
Sie können sich Ihre Nachrichten jetzt auch vorlesen lassen. Klicken Sie dazu einfach auf das Play-Symbol in einem beliebigen Artikel oder fügen Sie den Beitrag über das Plus-Symbol Ihrer persönlichen Wiedergabeliste hinzu und hören Sie ihn später an.
Artikel anhören:

Was bis vor kurzem nur in Katastrophenthrillern möglich schien, ist jetzt ein Szenario, das man gedanklich durchspielen sollte. Die Stadt Stollberg hat das getan.

Stollberg.

Wenn der Strom ausfällt, nicht nur für ein paar Stunden, sondern für Tage, fällt die Zivilisation nach einer Woche zurück ins Mittelalter, nach zwei Wochen zurück in die Steinzeit. So fasste der Stollberger Oberbürgermeister Marcel Schmidt (Freie Wähler) zusammen, was der österreichische Autor Marc Elsberg in seinem Technik-Thriller "Blackout" beschreibt. 2012 ist dieser erschienen. Zehn Jahre und noch mehr Krisen später ist das Szenario eines Blackouts - das ist ein länger andauernder Stromausfall - eines, das man gedanklich durchspielen sollte.

Davon ist Schmidt überzeugt und die Stadt hat entsprechende Vorkehrungen getroffen. Darüber berichtete der OB am Mittwochabend bei einer Informationsveranstaltung im Bürgergarten. "Katastrophenschutz" war das Thema, um die 80 Menschen hörten zu.

Diese Vorkehrungen betreffen mehrere Ebenen, theoretische und konkrete: Bereits vor Monaten hat sich die Stadt einen 300.000-Liter-Vorrat an Heizöl zugelegt. Das geht, weil der Stadt seit Jahresanfang die Mehrheit der Stadtwerke gehört und Lagermöglichkeiten vorhanden sind. "Das ist ein Glücksfall", betonte OB Schmidt. Dieses Heizöl soll einerseits dazu dienen, ans Wärmenetz angeschlossene Wohnungen zu beheizen und so die Preise für die Verbraucher stabiler zu halten, als es derzeit beim Gas möglich ist.

Im Fall eines Blackouts kann das Heizöl allerdings auch Notstrom- aggregate betreiben und kritische Infrastruktur aufrecht erhalten: das Krankenhaus etwa, und die Trinkwasserversorgung durch die Talsperre.

Auch Sammelunterkünfte können damit beheizt werden. Geplant sind die unter anderem in Schulen und Turnhallen, im Dürer und im Bürgergarten. Ansprechpartner in den Ortsteilen sollen die Feuerwehren sein, die über terrestrischem Funk zumindest über kurze Distanzen weiter kommunizieren können. Ein Katastrophenstab im Rathaus arbeitet an diesen Plänen und soll auch im Ernstfall koordinieren. Etwa zwei Wochen könnten mit Notstrom überbrückt werden, sagte der OB. Und auch sonst gibt es Grenzen: "Es ist keine Rundumversorgung möglich", sagte Schmidt und meinte damit etwa Beatmungskapazitäten im Krankenhaus oder schnelle Hilfe bei medizinischen Notfällen.

Dessen, so die Quintessenz, solle man sich bewusst sein, ohne in Panik zu verfallen. Ängste bekämpfen durch gute Vorbereitung: Vorräte aufstocken, Notfallgepäck bereithalten. Vor allem: eigenverantwortlich handeln und nicht erwarten, dass Staat und Kommune sich im Ernstfall um alles kümmern. Am Ende gab es viel Applaus dafür, dass der OB und die Stadt sich Gedanken über diesen Ernstfall machen.

00 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.