Wernsdorf bekommt neuen Kindergarten

Pockau-Lengefelds Stadträte haben dem Vorhaben mehrheitlich zugestimmt. Bevor es losgeht, muss die Kommune allerdings noch einige Hürden nehmen.

Pockau-Lengefeld.

Nachdem das Thema Kindergarten Wernsdorf die Kommune laut Bürgermeister Ingolf Wappler (CDU) schon länger beschäftigt, ist der Weg vonseiten der Stadträte nun frei für einen Neubau. In der vergangenen Stadtratssitzung hat sich das Gremium bei einer Enthaltung mehrheitlich für die Pläne ausgesprochen und den Bürgermeister beauftragt, konkrete Schritte zur Umsetzung einzuleiten. Denn bevor der eigentliche Bau beginnen kann, ist noch einiges zu tun: Die Stadt muss einen Planer beauftragen, einen Förderantrag zur Finanzierung stellen und eine Baugenehmigung für den neuen Kindergarten bekommen.

Das Problem: Der jetzige Kindergarten in Wernsdorf ist alt. Die Einrichtung aus den 1950er-Jahren entspricht laut Verwaltung nicht mehr den heutigen Anforderungen. Es gibt Mängel in mehreren Bereichen, unter anderem beim Brandschutz, der Wärmedämmung von Wänden, Fußböden und Dach sowie beim Mauerwerk. Zudem fehlt es seit jeher an einem Pausen- und Garderobenbereich für das Personal. Eine Sanierung des Gebäudes macht der Einschätzung von Pockau-Lengefelds Bürgermeister zufolge wirtschaftlich keinen Sinn mehr.

Die Lösung: Ein Neubau soll her. Laut Wappler soll dieser neben dem jetzigen Kindergarten entstehen, der Altbau werde anschließend abgerissen. Zunächst sei die Idee gewesen, das neue Gebäude als Container- und Fertigteilkonstruktion zu errichten. Inzwischen sei aber klar, das für die entsprechenden Kosten auch ein Massivbau entstehen könnte. Dies strebe die Verwaltung nun an. Um den Neubau zu realisieren muss die Kommune allerdings noch das entsprechende Grundstück erwerben, da sich dieses in Privatbesitz befindet.

Die Finanzierung: Eine erste grobe Schätzung der Kosten beziffert Bauamtsleiter Frank Hübler auf knapp 900.000 Euro. Er verweist aber auch darauf, dass der Umfang sich noch ändern kann, wenn es an die Auftragsvergabe geht. Die Stadt will ein Förderprogramm nutzen, mit dessen Hilfe 75 Prozent der Kosten beglichen werden könnten. Ein Antrag für den Bau soll im ersten Quartal kommenden Jahres gestellt werden. Der Rest wird wahrscheinlich aus der Stadtkasse gezahlt. Vorher muss das ganze Vorhaben allerdings von einem Planer vorbereitet werden. Die Kosten dafür - darauf haben sich die Stadträte auch im Zuge des jetzigen Beschlusses geeinigt - sollen gedeckt werden mittels der pauschalen Zuwendung von 70.000 Euro, die der Freistaat jeder sächsischen Kommune in diesem Jahr gewährt hat.

Die Bedeutung: Laut Wappler sind der Entscheidung Vorberatungen, Vor-Ort-Besichtigungen und Gespräche mit Eltern über den Zeitraum von fast einem Jahr vorausgegangen. Es herrsche weitgehend Einigkeit, dass das vorhandene Betreuungsangebot von fast 40 Plätzen aufrechterhalten werden soll - auch wenn keine Erweiterung der Kapazität vorgesehen ist. Allerdings gibt es eine Neuerung: Künftig werden fünf Plätze schon für Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr - statt bisher ab dem vollendeten zweiten - angeboten. Diese sind laut Verwaltung bei den Bürgern gefragt - und auch generell sei die Bedeutung des Kindergartens im Ort groß. Das unterstrich Stadträtin Sabine Schlißio (FW), die während der Sitzung sagte: "Seit der Fusion hat Wernsdorf noch nicht viel abbekommen." Jetzt sei es daher wichtig, dass der Ortsteil mit seinem Kindergarten als wichtige Institution gestärkt werde.


Passender Standort - mehrfache Nutzung

In der Debatte herrschte unter Pockau-Lengefelds Stadträten weitgehend Einigkeit, was den Neubau des Kindergartens Wernsdorf angeht. Allerdings war auch die Frage aufgekommen, ob das Gebäude tatsächlich neben dem jetzigen gebaut werden soll - oder ob nicht ein neuer Standort ins Auge gefasst werden könne. Stadtrat Rainer Süß hatte beispielsweise auf schlechten Baugrund an jener Stelle verwiesen. Bauamtsleiter Frank Hübler erklärte dazu, dass auf dem Gelände bereits eine Kläranlage sowie ein Außenspielplatz vorhanden seien. Das spreche dafür, am Standort zu bleiben, um auch diese Anlagen zu erhalten.

Eine Betriebskonzeption hat sich Stadtrat Steffen Haugk (CDU) für den kommenden Kindergartenneubau gewünscht. Haugk deutete an, dass es nicht selbstverständlich sei, in einem kleinen Ortsteil einen großen Kindergarten zu betreiben. Zwar trage er die Entscheidung für einen Neubau mit. Allerdings solle die Zusammenarbeit - auch mit Blick auf das Personal - mit anderen kommunalen Kindergärten geklärt werden. Zudem könne der Ortschaftsrat prüfen, welche weiteren Nutzungsmöglichkeiten für den Neubau bestünden. Bürgermeister Ingolf Wappler (CDU) erklärte, dass es dazu jeweils schon Überlegungen gebe. (svw)

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