Wo Alt und Jung aus nah und fern gemeinsam feiern

Mit rund 3000 Gästen war das Zelt beim Börnichener Oktoberfest wieder einmal prallgefüllt.Beeindruckend war dabei vor allem die Vielfalt des Publikums.

Börnichen.

Sich in diesem riesigen Festzelt wiederzufinden, ist am Samstagabend in Börnichen gar nicht so einfach gewesen. Rund 3000 Besucher saßen, standen und tanzten dort dicht gedrängt. Die einen wollten vor auf die prall gefüllte Tanzfläche, die anderen mussten sich erst einmal stärken. Entweder mit Bier - etwa 6000 Liter gingen an diesem Abend über den Tresen - oder mit deftigen Speisen. 120 Kilogramm Ochsenfleisch reichten längst nicht aus, um den Hunger zu stillen. "Die Nachfrage nach den Leberkäse-Semmeln war wieder einmal überwältigend. Außerdem haben wir mit unserem Burger offenbar genau den Geschmack der Besucher getroffen", sagt Fleischermeister Falk Göhler, der anlässlich des Jubiläums etwas Besonderes anbieten wollte. Schließlich wurde das Oktoberfest zum mittlerweile zehnten Mal vom Jugendclub "Börnschen United" ausgerichtet.

So jung wie der Name vermuten lässt, sind viele Vereinsmitglieder gar nicht mehr. Dass der Vorsitzende Martin Trinks und einige seiner Mitstreiter den 30. Geburtstag bereits hinter sich haben, ist aber egal. Denn beim Oktoberfest spielt das Alter keine Rolle. Alt und jung sind hier bunt gemischt. So wie auch die Gruppe im Reisebus, den der Drebacher Jugendclub für seine Anreise gemietet hatte. Zu den 55 Insassen gehörte Tom Herold ebenso wie seine Eltern. "Sonst würde ich nie mit ihnen zum Tanz gehen, aber heute ist mir das nicht peinlich. Hier in Börnichen kommen alle Generationen zusammen, das macht die Stimmung so einzigartig. Alle feiern gleich verrückt", so der 22-Jährige. Die Partylaune war auch Lisa Winkler anzumerken, die sich mit ihren Freundinnen für das Börnichener Oktoberfest aller zwei Jahre ein neues Dirndl zulegt. "Das tragen wir zwar nur einmal im Jahr, aber das ist es Wert", sagte die 20-Jährige.

Im Festzelt, in das sich fast niemand mehr ohne bayerische Tracht traut, genoss Lisa Winkler neben dem Flair vor allem auch viele Gespräche: "Hier kommen einfach alle her, die wir kennen. Aber man lernt auch immer wieder neue Leute kennen." So wie Peter Buschen, der extra für die Veranstaltung 560 Kilometer aus dem niedersächsischen Papenburg nach Börnichen gefahren war. "Der Zusammenhalt und das Gemeinschaftsgefühl in diesem Dorf sind außergewöhnlich. Viele nehmen extra eine Woche lang Urlaub, um das Fest vorzubereiten", so der 30-Jährige, der bei seinem Maschinenbau-Studium in Chemnitz Studenten aus Börnichen kennengelernt hat. Auch er genoss bis in die frühen Morgenstunden das Fest in vollen Zügen. Wenn er seine Freunde im Festzelt gerade mal nicht wiederfand, stieß er einfach mit dem nächsten an, der ein Bier in der Hand hielt, und kam so ins Gespräch.

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