Wo letzte Wünsche wahr werden

Das Projekt Lukas Stern hilft Erkrankten und ihren Angehörigen in schwierigen Lebensphasen. Gegründet wurde es nach einem Schicksalsschlag.

Chemnitz.

Während einer schweren Krankheit ist der gewohnte Alltag meist auf den Kopf gestellt. Nichts ist wie zuvor, und gerade die fröhlichen Momente bleiben oftmals auf der Strecke. Das gilt nicht nur für die Erkrankten, sondern auch für deren Angehörige. Aus diesem Grund hat sich der Chemnitzer Verein "Lukas Stern" zum Ziel gesetzt, allen Betroffenen während dieser schwierigen Zeit ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Seit Juli 2016 existiert der Verein "Lukas Stern", dem aktuell sieben ehrenamtliche Mitglieder angehören. Den Vorsitz hat Daniela Lieberwirth, die als Wund- und Ernährungsschwester im Außendienst tätig ist. Die 43-jährige Chemnitzerin berichtet von der Gründung des gemeinnützigen Vereins: "In meinem Bekanntenkreis gab es den kleinen Lukas, der 2014 an Leukämie erkrankte und im Januar 2016 an den Folgen verstarb."

Als im Dezember 2015 das traurige Schicksal des Jungen abzusehen war, hatten die Eltern zwei Wünsche von Lukas geäußert: einmal in einem Feuerwehrauto mitfahren und einen Affen streicheln. Daniela Lieberwirth und ihre Unterstützer ergriffen die Initiative und setzten Lukas' Wünsche in die Tat um. Der Junge sei überrascht gewesen und habe sich gefreut, erinnert sich Daniela Lieberwirth. Aus diesem emotionalen Erlebnis heraus entstand das Bedürfnis, schwer kranken Menschen, egal ob jung oder alt, Herzenswünsche zu erfüllen, erklärt sie.

Seit der Gründung des Vereins Lukas Stern erhielten die Mitglieder rund 25 Anfragen. "Viele Familien wenden sich an uns, weil sie kein Geld mehr zur Verfügung haben. Schließlich sind Behandlung und Pflege teuer", so Daniela Lieberwirth. Der Verein versuche, viele Wünsche zu erfüllen. Einem Teil der Anfragen könne man aber nicht nachkommen, sagt die Vorsitzende.

Zu den umgesetzten Wünschen gehört der Ausbau des Dachbodens für die neunjährige Lena, wodurch sie ihr eigenes Zimmer erhalten hat. Für den siebenjährigen Jaden aus Freital wurden Weihnachtsgeschenke besorgt und ein Besuch im Freizeitpark organisiert. Und der 18-jährige Max aus Chemnitz konnte mithilfe von "Lukas Stern" zwei Spieler der Niners Chemnitz treffen sowie eines ihrer Heimspiele als VIP besuchen. Aktuell sammelt der Verein Spenden für den fünfjährigen Ewen aus Auerbach im Erzgebirge, der einen Rehabuggy erhalten soll. Lieberwirths Ziel ist es, ein Netzwerk aufzubauen, sodass mehr Spenden eingehen und mehr Wünsche erfüllt werden können.

Einen ähnlichen Ansatz wie der Verein verfolgt in Sachsen der Arbeitersamariterbund mit seinem sogenannten Wünschewagen. Das Projekt richtet sich an Menschen in ihrer letzten Lebensphase. Sie werden mit dem Fahrzeug an einen Ort ihrer Wahl gebracht - beispielsweise zum Meer oder zu einem Konzert.

Informationen zum Verein Lukas Stern sind im Internet erhältlich: www.lukas-stern-ev.de. Das Projekt Wünschewagen findet sich im Internet unter folgender Adresse: wuenschewagen.de/standorte/sachsen.

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