Eisenbahnmuseum rüstet sich für Landesausstellung

Bis zum Jahr 2020 kann auf dem Gelände in Hilbersdorf mehr als eine Million Euro eingesetzt werden. Trotzdem soll vieles bleiben, wie es ist.

Die derzeit laufende Sanierung des Sandschuppens ist das erste Bauvorhaben des Sächsischen Eisenbahnmuseums in Vorbereitung der Landesausstellung zum Thema Industriekultur im Jahr 2020.

Für Sie berichtet: Michael Brandenburg

Mit der Sanierung des Sandschuppens hat der Trägerverein des Sächsischen Eisenbahnmuseums (SEM) das erste Bauvorhaben in Vorbereitung der 4. Sächsischen Landesausstellung in Angriff genommen. Während der Schau, die vom 25. April bis 1. November 2020 unter dem Arbeitstitel "Industrie - Kultur - Mensch" stattfinden soll, wird das ehemalige Hilbersdorfer Bahngelände einer von sechs sogenannten authentischen Schauplätzen der Industriegeschichte sein - neben dem Chemnitzer Industriemuseum, der ehemaligen Tuchfabrik Gebrüder Pfau in Crimmitschau, dem Bergbaumuseum Oelsnitz/Erzgebirge, dem Forschungsbergwerk Himmelfahrt Fundgrube in Freiberg und dem August-Horch-Museum in Zwickau. Ort der Zentralschau, die vom Deutschen Hygiene-Museum Dresden gestaltet wird, ist der Audi-Bau in Zwickau.

Dem Trägerverein des SEM und dem Verein Eisenbahnfreunde "Richard Hartmann", der das Technikmuseum Seilablaufanlage auf dem Gelände des ehemaligen Hilbersdorfer Rangierbahnhofes betreibt, stehen insgesamt gut 1,2 Millionen Euro für die Vorbereitungen zur Verfügung. Jeweils 500.000 Euro dieser Summe kommen von der Stadt und vom Freistaat, rund 200.000 Euro sind Fördermittel vom Bund.

In die Sanierung des Sandschuppens fließen etwa 270.000 Euro, sagt Sven Liebold vom Vorstand des SEM-Vereins. Das rund 40 Meter lange und 20 Meter breite Gebäude diente früher zur Lagerung und dem Verladen von sogenanntem Bremssand, der aus Lokomotiven unter deren Räder gestreut wird, um auf regennassen Schienen die Reibung beim Anfahren oder Bremsen zu erhöhen. Bei dem Gebäude, das ebenso wie das gesamte ehemalige Hilbersdorfer Bahnbetriebswerk für Güterzug-Dampfloks über 100 Jahre alt ist, muss das undichte Dach samt Trägerkonstruktion erneuert werden. Außerdem werde die Backsteinfassade grob gereinigt und neu verfugt. "Es soll aber nicht wie neu aussehen. Die Patina darf nicht verloren gehen", erklärt Liebold.

Denn die Bezeichnung als authentischer Schauplatz zur Landesausstellung sei mit dem Anspruch verbunden, Besuchern kein modernes, gewienertes Museum zu präsentieren, sondern sie einen Zeitsprung um etwa 50 Jahre in die Vergangenheit machen zu lassen. "Als sei eben noch gearbeitet worden", beschreibt Liebold. Das Einmalige der Hilbersdorfer Anlage sei ohnehin ihre Gesamtheit. Daher plane das Museum für die Landesausstellung auch keine weiteren Gebäudesanierungen. Investiert werden soll stattdessen in behindertengerechte Toiletten, moderne Beleuchtung und Wegweiser. Ein Großteil der Zuschüsse werde zudem für Personal benötigt. Im neuen Eingangsgebäude, einem ehemaligen Güterschuppen an der Frankenberger Straße, entsteht eine Ausstellung zur sächsischen Eisenbahngeschichte.

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