Zschopau schafft die Parkautomaten ab

Die Stadt will wegen geringer Erträge auf den Neukauf verzichten. Doch wie lange bleiben die alten Geräte noch in Betrieb?

Zschopau.

Die Stadt Zschopau will ihre Parkscheinautomaten abschaffen. Zwar noch nicht sofort, aber sobald größere Reparaturen anstehen, sollen die Automaten demontiert werden. Das hat Wilfried Leibling, Sachgebietsleiter des Ordnungsamtes, zur jüngsten Stadtratssitzung angekündigt. Die Verwaltung bereite eine verkehrsrechtliche Anordnung vor, die ein zeitbegrenztes Parken ermögliche, fügte er hinzu. Im Klartext: Autofahrer sollen dann ihre Parkscheibe nutzen. Er könne sich vorstellen, dass auf dem Parkplatz "An den Anlagen" zwei Stunden und an zentralen Plätzen wie auf dem Neumarkt eine Stunde geparkt werden darf, sagte Wilfried Leibling auf Nachfrage.

Dass die 2006 angeschafften sechs Parkscheinautomaten nicht das ewige Leben haben, wurde in jüngster Zeit deutlich. Im Winter gibt es die meisten Ausfälle, besonders bei starkem Schneefall. Auch bei Frost setzen die Geräte ab und zu aus, bestätigt Leibling. Der Aufwand für Reparaturen liege bei 1500 bis 2000 Euro im Jahr. Das schmälert den Ertrag. Auch wegen rückläufiger Parkeinnahmen lag dieser im vergangenen Jahr nur noch bei 1800 Euro, so Leibling.

Der Einbruch bei den Einnahmen kam mit der sogenannten Brötchentaste, über die alle Automaten in Zschopau seit dem Sommer 2011 verfügen. Die im Volksmund geläufige Bezeichnung rührt daher, weil die Nutzung kostenfreies Parken zum Erledigen kurzer Einkäufe ermöglicht. Der Stadtrat hatte damals beschlossen, dass auf den von der Kommune bewirtschafteten Flächen die erste halbe Stunde ohne Münzeinwurf geparkt werden darf. Das betrifft 156 Stellplätze. Doch mit dem Erfolg der Brötchentaste haben sich auch die Einnahmen mehr als halbiert. Konnte die Stadt 2010 noch etwa 38.000 Euro an Gebühren verbuchen, beliefen sich die Einnahmen im Jahr darauf auf knapp 16.700 Euro. 2018 zählte Wilfried Leibling nur noch 9400 Euro.

18.000 Euro für den Kauf von drei neuen Parkscheinautomaten sind inzwischen von der Wunschliste des Ordnungsamtes zum neuen Haushalt gestrichen worden, so Leibling. Die alten Geräte sollen noch solange laufen, bis sie kaputt gehen.

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