Zschopauer Finanzamt bearbeitet Steuererklärung in 35 Tagen

Die durchschnittliche Bearbeitung dauert jedoch länger, wenn andere Einkünfte hinzukommen. Auch Stoßzeiten können die Mitarbeiter ausbremsen.

Zschopau.

Das Finanzamt gehört nicht gerade zu den beliebtesten Institutionen in Deutschland. Trotzdem dürfte in diesen Tagen mancher Arbeitnehmer sehnsüchtig auf Post von der Steuerbehörde warten. Denn unter bestimmten Voraussetzungen gibt es Geld zurück. In der Regel handelt es sich um zu viel gezahlte Lohnsteuer.

Im Zschopauer Finanzamt dauert die Bearbeitung einer Steuererklärung im Durchschnitt 35 Tage, sagt Amtsvorsteher Marcus Wohlleben. Zumindest wurde dieser Wert im zurückliegenden Jahr ermittelt. 2017 waren es sogar nur 33 Tage. Sobald allerdings andere Einkünfte hinzukommen - etwa aus Vermietung oder gewerblicher Tätigkeit -, benötigen die Mitarbeiter mehr Zeit zum Prüfen der Unterlagen: im vergangenen Jahr durchschnittlich 52,5 Tage (56,8 im Jahr 2017).


Im Freistaat nimmt die Zschopauer Behörde damit einen vorderen Platz ein. Im Jahr 2017 dauerte die Bearbeitung vom Eingang der Unterlagen bis zum Steuerbescheid bei den sächsischen Finanzämtern im Durchschnitt 44 (Arbeitnehmer) beziehungsweise 58 Tage (Sonstige Steuerpflichtige). Das hat ein Leistungsvergleich der Finanzämter in sechs Bundesländern ergeben.

Die Bearbeitungszeit für eine Erklärung ist zwar relativ konstant, erklärt die zuständige Hauptsachgebietsleiterin Annett Tröger. Doch es gibt Ausnahmen. "Wenn zu einem bestimmten Zeitpunkt viele Erklärungen auf einmal eingehen, dann dauert es länger." Von der inzwischen um zwei Monate auf den 31. Juli verlängerten Frist für die Abgabe der 2018er-Steuererklärung versprechen sich die Mitarbeiter eine gewisse Entzerrung des Arbeitsaufkommens. Marcus Wohlleben hofft, dass sich die bisherige Spitze Ende Mai nun zumindest auf zwei Stoßzeiten verteilt. Hinzu kommt, dass immer mehr Menschen ihre Steuererklärung auf dem Tablet oder am PC machen und anschließend elektronisch ans Finanzamt versenden. In Zschopau kommen inzwischen zwei Drittel der Unterlagen auf diesem Weg an, sagt Amtsvorsteher Wohlleben. Dieser Trend setzt sich fort und wirkt sich auch auf die Arbeitsorganisation aus.

Die direkte Übermittlung von Steuerdaten in die Datenbanken der Behörden vermindert zum Beispiel nachträgliche Korrekturen. Schon bei der Eingabe am heimischen Rechner nimmt das Programm Plausibilitätsprüfungen vor, erklärt Annett Tröger. Das erleichtert letztlich die Arbeit im Amt. Zudem sind Mitarbeiter, die bislang Daten vom Papier ins System eingepflegt haben, für andere Aufgaben frei geworden. "Auch können wir uns jetzt stärker auf schwierige und prüfungsbedürftige Fälle konzentrieren", fügt Wohlleben hinzu.

Das Zschopauer Finanzamt ist für das Gebiet des mittleren Erzgebirges und damit für annähernd 27.700 Steuerpflichtige im Einkommenssteuerbereich zuständig. Die Behörde zählt 83 Mitarbeiter und sieben Auszubildende - sogenannte Anwärter. 32 von ihnen befassen sich mit der Einkommenssteuer - die größte Abteilung im Amt.


Vereinfachte Steuererklärung für Rentner

Die Abgabefrist für die Steuererklärung endet am 31. Juli. Sofern die Unterlagen von einem Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein erstellt werden, bleibt mehr Zeit: Fristende ist am letzten Februartag des übernächsten Jahres. Für die Erklärung 2018 verlängert sich die Abgabefrist wegen des Schaltjahres und Wochenendes damit auf den 2. März 2020.

Die elektronische Lohnsteuererklärung (Elster) spart Zeit. Mit dem Belegabruf lassen sich etwa die Daten der übermittelten Lohnsteuerbescheinigungen oder Rentenleistungen per Mausklick übernehmen. Nach einer einmaligen Registrierung erhalten Nutzer im Internet unter "www.elster.de" den kostenlosen und sicheren Zugang zum Finanzamt.

Auch die Übermittlung der Steuererklärung kann komplett auf elektronischem Weg erfolgen. Denn Belege müssen inzwischen nicht mehr der Erklärung beigefügt werden. Rechnungen, Spendenquittungen oder Steuerbescheinigungen sind lediglich sorgfältig aufzubewahren. Die Finanzämter fordern diese nur noch bei Bedarf an.

Für Bezieher von Renten und/oder Pensionen steht ab sofort eine vereinfachte Steuererklärung bereit. Der neue Vordruck ermöglicht eine einfache Erledigung der Steuererklärung auf Papier. Auf Angaben, die dem Finanzamt von dritter Seite mitgeteilt wurden - Rentenbezugsmitteilungen oder Mitteilungen zu Krankenversicherungsbeiträgen - wird verzichtet.

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