Zschopauer Stadtcafé - eines von vielen Projekten

Der Investor setzt weiter auf eine Jugendherberge. Neben Erfahrungen mit der Sanierung denkmalgeschützter Bauten kommt Toralf Zinner dabei weiteres Know-how zugute.

Zschopau.

Toralf Zinner ist von seinem Projekt überzeugt. Trotz der Absage des Deutschen Jugendherbergswerkes zum Betrieb einer Herberge in Zschopau will der Investor an den Plänen für das ehemalige Stadtcafé an der Ecke Lange Straße/Gartenstraße festhalten und diese gegebenenfalls selbst umsetzen. Offiziell hatte das Herbergswerk seine Entscheidung mit der nicht gegebenen Wirtschaftlichkeit des Standortes begründet. Toralf Zinner sieht das mit Blick auf seine Wirtschaftlichkeitsberechnung anders: "Selbst bei einer durchschnittlichen Auslastung des Hauses von 28 Prozent wird das funktionieren."

"Wenn wir im Frühjahr mit der Stadt den Sanierungsvertrag unterschreiben sollten, dann werden wir sofort die Genehmigungsplanung auslösen", nennt Zinner sein Ziel. Wegen der Verhandlungen mit dem Jugendherbergswerk hatte sich seit der Notsicherung 2016 am Stadtcafé nichts mehr bewegt. Deshalb wuchs zuletzt die Ungeduld im Stadtrat. Das Festhalten des Investors an dem Jugendherbergs-Projekt hat das Gremium in seiner April-Sitzung begrüßt.


Weil ihm das denkmalgeschützte Gebäude in seiner Heimatstadt am Herzen liege, habe er sich darum bemüht, sagt Toralf Zinner: "Normalerweise machen wir keine Werbung. Die Leute, die uns suchen, finden uns auch. Zschopau ist eine Ausnahme." Die Leipziger Denkmalgut Projektentwicklungsgesellschaft saniert nicht nur, sondern findet auch passende Finanzierungs- und Nutzungskonzepte. So wie beim Seniorenverein Torgau. "Da kam der Bürgermeister mit der Vorgabe auf uns zu, ein Projekt zu entwickeln, um die Menschen aus ihrer Einsamkeit zu holen." Von 2006 bis 2010 sanierte Denkmalgut in der nordsächsischen Stadt einen Gebäudekomplex und erarbeitete ein Konzept für ein Generationenzentrum. Heute befinden sich dort unter anderem Büros, Vereinsräume, ein offener Veranstaltungsbereich sowie Räume des Hospizdienstes. Zudem entstanden 13 Wohnungen für Senioren. Träger ist der Senioren-Selbsthilfeverein Torgau. "Wir versuchen immer, für die Objekte und die Leute vor Ort die optimale Nutzung und Trägerstruktur zu schaffen", erklärt Zinner.

Soziale Projekte werden zum Beispiel mit der Denkmalsozial umgesetzt. Die gemeinnützige GmbH hat sich neben der Denkmalpflege der Förderung der Jugend- und Altenhilfe, der Hilfe für Menschen mit Behinderung, der Erziehung und Bildung sowie des bürgerschaftlichen Engagements verschrieben. Toralf Zinner führt die Geschäfte, Hauptgesellschafter ist der Torgauer Senioren-Selbsthilfeverein mit sechs hauptamtlich Beschäftigten und annähernd 50 Ehrenamtlern.

"In den zurückliegenden Jahren waren wir in etwa 15 Städten und Gemeinden aktiv", berichtet Zinner. Vieles ist in Leipzig entstanden. Dazu gehört ein inklusives Wohnprojekt für acht behinderte Menschen in Connewitz. "2015 kam eine Gruppe Eltern auf mich zu. Sie wollten für ihre Kinder eine Wohnform schaffen, die nicht Heim, sondern selbstbestimmtes Wohnen heißt." Weil die Eltern nicht selbst die Trägerschaft übernehmen wollten, sprang Denkmalsozial ein. Für die Wohngemeinschaft wurde schließlich ein alter Gewerbebau in einem Wohngebiet gefunden und hergerichtet.

Auch im Westerzgebirge ist Toralf Zinner aktiv. Die Stadt Grünhain-Beierfeld hat sich auf die Fahnen geschrieben, das historische Klostergelände mit Gebäuderesten inmitten von Grünhain zu neuem Glanz zu verhelfen. Beauftragt mit der Entwicklung eines Konzeptes wurde Denkmalgut. Der Zschopauer Architekt Heiko Schilling übernimmt die Projektierung. Die Aufgabe: "Ein Denkmal retten und beleben." Toralf Zinner entwickelt unter anderem ein Museumskonzept. (mit matu)

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