Züchter wünschen sich mehr Unterstützung

Von Mitgliederzahlen wie zu Wendezeiten sind die Rassegeflügelfreunde deutlich entfernt. Auch wenn es einige Probleme gibt: Im Kreisverband freut man sich über ein reges Vereinsleben.

Annaberg-Buchholz.

250 Teilnehmer aus ganz Sachsen werden am Sonntag in Bärenstein zur 29. Landesdelegiertenkonferenz des Sächsischen Rassegeflügelzüchterverbandes (SRV) erwartet. "Diese Konferenz gibt dem Jubiläum unseres Kreisverbandes einen würdigen Rahmen", sagt Ulrich Seidler, Vorsitzender des Kreisverbandes Annaberg der Rassegeflügelzüchter. Die Gemeinschaft feiert in diesem Jahr ihr 125. Bestehen. Am 26. August 1894 ist die Vereinigung gegründet worden. Bei seiner Neugründung im Juli 1990 zählte der Verband 1100 Mitglieder. 1999 waren es noch 931. Von eben diesen Zahlen ist die Gemeinschaft mittlerweile ein ganzes Stück entfernt.

Aktuell zählt der Kreisverband 598 Zuchtfreunde. "Wir sind in diesem Jahr erstmals unter die 600 gerutscht", so Seidler, der seit 2014 dem Verband vorsteht. Dabei schätzt der Königswalder ein, dass in der jüngsten Zeit jährlich immer um die 20 Mitglieder ausgeschieden sind. "Die alten Zuchtfreunde sterben weg, und so schnell kommt kein Nachwuchs nach."


Dennoch gehen in den 33 Vereinen des Annaberger Kreisverbandes 43 Jugendliche diesem Hobby nach, was als gutes Ergebnis gesehen wird. Zudem ist der Annaberger der größte Kreisverband in Sachsen.

Ulrich Seidler hat sich seit 40 Jahren der Zucht verschrieben. Seit 1979 ist er Mitglied im Rassegeflügelzüchterverein "Einigkeit" Königswalde. In seinem Hof gackern Hühner, und bei den Tauben sind es die Deutschen Modeneser. Letztere werden in Volieren gehalten. Sie bietet Schutz vor Greifvögeln. "Aber auch der Fuchs und neuerdings Waschbären machen uns zu schaffen", so der 54-Jährige.

Doch nicht nur aus dem Tierreich droht Gefahr. Wie die Zuchtfreunde wissen, gibt es in manchen Regionen Probleme, wenn Hühner gackern, Hähne krähen und Gänse schnattern. "Es gibt sogar schon Urteile, wie lange ein Hahn krähen darf", berichtet der Königswalder. Doch nicht nur in diesem Fall wünschen sich die Rassegeflügelzüchter mehr Unterstützung von Behörden sowie mehr Verständnis bei den Bürgern. So würden die veterinäramtlichen Bestimmungen, was zum Beispiel Impfungen betrifft, immer härter. Bei der Bereitstellung von Lokalitäten für die Schauen bleibe teilweise die notwendige Unterstützung versagt. Wegen Auflagen werde die Veranstaltung von lokalen Schauen somit immer komplizierter. Dennoch kann der Kreisverband Annaberg auf ein reges und erfolgreiches Vereinsleben verweisen. Jährlich werden rund 20 Ausstellungen - von Lokal- und Gemeinschaftsschauen bis zur Kreisschau - organisiert.

Viele Züchter aus dem Kreisverband beteiligen sich an großen nationalen Schauen. Mit Reiner Wolf aus Schönfeld und Eberhard Roscher aus Jahnsbach hat der Verband zwei Bundesehrenmeister wegen ihrer Verdienste rund um die Rassegeflügelzucht in seinen Reihen. Und als Preisrichter hat Reiner Wolf Zuchtrichtlinien für Tauben auf Deutschland- und Europaebene mit festgelegt.

Nicht nur anlässlich des Jubiläums schauen die Zuchtfreunde auch in die Zukunft. "Wir wollen dafür sorgen, dass die Geflügelzucht ihren Stellenwert behält. Dazu gehört die Erhaltung traditioneller Rassen und somit die Erhaltung von Kulturgut." Und eines sei sicher: Das tierische Hobby sei gut zum Abschalten und helfe bei der Bewältigung von Alltagsstress.

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