Zwei Neue geben ihren Einstand

Ein Filmklassiker eröffnet morgen Abend den Premierenreigen auf der großen Bühne des Eduard-von-Winterstein-Theaters. Heinz Rühmann lässt grüßen.

Annaberg-Buchholz.

Sie ist legendär: die Komödie "Charleys Tante" - spätestens seit den deutschsprachigen Verfilmungen mit Heinz Rühmann beziehungsweise Peter Alexander. Die Geschichte der befreundeten Junggesellen Jack und Charley, die beide schwer verliebt sind und zum Gewinnen ihrer Herzdamen zu einem bis dahin ungewöhnliche Trick greifen: Sie stecken ihren Diener in Frauenkleider. Die Geburtsstunde der "Rock"-Rollen.

Mit diesem Klassiker eröffnet das Annaberger Theater morgen, 20 Uhr, den Premierenreigen der neuen Spielzeit auf der großen Bühne. Mit dabei sind auch die zwei neuen Gesichter im Schauspielensemble: Isa Etienne Flaccus und Philipp Adam. Sie spielt die neugierige, aber auch sehr schüchterne Anny - immer höflich und gesittet, mit viel "natürlicher Naivität". Er spielt den Charley, der in wohlhabenden Verhältnissen in London aufwächst, allerdings längst nicht so starke Nerven hat wie sein Freund Jack. Die beiden Junggesellen sind verliebt in eben jene Anny und deren Freundin Kitty. Gesagt haben ihnen das die Herren noch nicht. Das soll bei einem Besuch von Charleys reicher Tante passieren, die auf der Suche nach einem Erben ist ...

Die zwei Neulinge jedenfalls hatten schon bei den Proben mit Regisseur Urs Alexander Schleiff viel Spaß. "Wir haben viel gelacht", verrät Isa Etienne Flaccus. Dabei ist die Komödie nicht die einzige Inszenierung, in der sie derzeit zu sehen sind. Auch in dem wild-romantischen Road-Movie "Tschick" von Wolfgang Herrndorf - einer Wiederaufnahme aus der vorangegangenen Spielzeit - sind sie zu erleben.


Nach freien Theaterprojekten das erste feste Engagement

Isa Etienne Flaccus - in Neukirchen an der Saar geboren - hat zunächst ein Bachelorstudium in Sozialwissenschaften und Philosophie absolviert. Doch der Wunsch aus der Kinderzeit, Schauspielerin zu werden, war letztlich stärker, sodass sich die Schauspielausbildung an der Theaterakademie Sachsen in Delitzsch anschloss.

Ihr erstes Engagement führt sie anschließend nach Berlin zum "Theater Morgenstern", an dem sie unter anderem in "Zwerg Nase" und "Das Trollkind" mitwirkte. Es folgten freie Theaterprojekte - beispielsweise anlässlich des 1000-jährigen Bestehens der Stadt Leipzig. Stand ihr dabei ihr Philosophiestudium zunächst noch im Weg, wie sie selbst sagt, hilft es ihr mittlerweile. "Es hat die Auffassungsgabe verändert und ermöglicht mir einen differenzierteren Blick."

Die Verpflichtung in Annaberg ist ihr erstes festes Engagement. Für Hobbies wie Pool Dance beispielsweise - eine Mischung aus Tanz und Akrobatik - beispielsweise bleibt da momentan wenig Zeit. (af)


Bayer entdeckt in Sachsen viele Gemeinsamkeiten

Philipp Adam, Jahrgang 1993, kommt aus Bayern direkt ins Erzgebirge. Und er hat schon viele Gemeinsamkeiten zwischen der bayerischen und der sächsischen Mentalität ausgemacht, zum Beispiel die Heimatverbundenheit und auch die offenen Arme, mit denen er in Annaberg-Buchholz empfangen wurde.

Aufgewachsen in einem kleinen Städtchen im Herzen der Hallertau im Landkreis Freising, vermisst er allerdings das pulsierende Leben seiner späteren Studentenstadt Regensburg. An der dortigen Akademie für Darstellende Kunst Bayern hat er seine Schauspielausbildung genossen, nachdem er nach seinem Abitur zunächst ein einjähriges Praktikum als Regieassistent am Landestheater Niederbayern in Landshut eingeschoben hatte.

Im Sommer dieses Jahres hat er seine Ausbildung erfolgreich abgeschlossen, am Annaberger Theater sein erstes Engagement erhalten. Auch für ihn ist der Beruf des Schauspielers der Traumberuf. (af)

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