Abi-Feierstunde im Kulturhaus abgelehnt

Der Wunsch einiger Eltern von Auer Gymnasiasten erfüllt sich nicht. Gründe für die Entscheidung gibt es gleich mehrere.

Aue-Bad Schlema.

Eltern der diesjährigen Abiturienten des Auer Clemens-Winkler-Gymnasiums wünschen sich, dass im Kulturhaus der Stadt eine Feierstunde für die Schüler durchgeführt wird ("Freie Presse" berichtete). Vom Betriebsleiter Uwe Schreier ist das nun aber endgültig abgelehnt worden. Nach Prüfung des Hygienekonzepts der Eltern und der geplanten Sitzordnung für die Feierstunde steht laut Schreier fest, "dass man sich sowohl was die Personenzahl als auch was die Rahmenbedingungen betrifft an den Grenzen des Machbaren befindet".

Schreier führt als Gegenargumente die örtlichen Bedingungen im Kulturhaus mit fest installierten Sitzreihen und einer geschlossenen Räumlichkeit sowie die zur Feierstunde vorgesehenen Bewegungen aus dem Zuschauerraum auf die Bühne an. Zwar habe es den Eltern offen gestanden, eine Privatfeier im Kulturhaus anzumelden. Doch nach der Corona-Schutzverordnung wäre in diesem Fall bei 100 Gästen Schluss gewesen. Die Rede sei aber von 150 bis 200 Teilnehmern. "Würde ich die Verantwortung delegieren, könnte ich das nicht mit ruhigem Gewissen tun", sagt Uwe Schreier und denkt dabei auch an die Konsequenzen für eine ganze Region, wenn es zu einer Infektion kommen sollte. "Wir wollen die Eltern auch ein Stück weit vor sich selbst schützen."

Manuela Dutschke, die als Vertreterin der Eltern spricht und bei einem Vor-Ort-Gespräch vor wenigen Tagen im Kulturhaus Aue mit dabei war, sind die Zahlen bekannt. "Wir wollten die Feierstunde für die Abiturienten als öffentliche Veranstaltung verstanden wissen, dann wären bis zu 1000 Gäste erlaubt gewesen", sagt sie. Ihrer Auffassung nach hätte die Trägerin der Veranstaltung die Schule sein können. Aber der Schulleiter habe schon vor Wochen die Tür zugeschlagen und würde trotz seither erfolgter Lockerungen nicht über eine Alternative nachdenken.

Für Mike Wolter, den Leiter des Gymnasiums, steht endgültig fest: Die feierliche Zeugnisausgabe findet am 11. Juli in der Schulaula statt. Und das bleibe auch so, "egal ob noch einmal anders entschieden werden sollte". Man sei in der Planung der Zeugnisausgabe schon so weit, dass eine Änderung nicht möglich sei. "Wir können nicht einfach innerhalb weniger Wochen eine Veranstaltung außer Haus auf die Beine stellen, wofür wir sonst ein ganzes Jahr brauchten", sagt Wolter. Noch offen ist, ob die Zeugnisausgabe für alle 74 Abiturienten gemeinsam - dann ohne Eltern - oder mit Eltern in drei Durchgängen stattfindet. Diese Entscheidung hat Wolter den Schülern überlassen.

"Ich bin sehr traurig, dass kein Weg gefunden werden konnte", sagt Manuela Dutschke. "Uns läuft die Zeit weg - was sollen wir noch machen?" Seit Ende März schon habe man sich bemüht, die Feierstunde für die Abiturienten gemeinsam mit Eltern zu ermöglichen.

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