Angehörige erinnern mit Setzlingen an Verstorbene

Keine große Party zum silbernen Firmenjubiläum, sondern einen Einsatz für die Natur hat das Bestattungshaus Müller Trauernden geschenkt. So wurden jetzt 100 Bäume in Grünhain gepflanzt.

Grünhain-Beierfeld.

Reformator Martin Luther soll einmal gesagt haben, dass er heute ein Apfelbäumchen pflanzen würde, auch wenn er wüsste, dass morgen die Welt zugrunde geht. Wie viel positives Denken und Optimismus in dieser Aussage stecken, dürfte jedem klar sein. Und eben ein solch optimistisches Zeichen trotz aller Trauer, die das Leben mit sich bringt, wollte das Bestattungshaus Müller aus Schwarzenberg am Samstag setzen.

Nach Grünhain hatte das Team zu einer Baumpflanzaktion eingeladen. Trauernde Angehörige waren anlässlich des silbernen Firmenjubiläums eingeladen, ein Bäumchen in Erinnerung an Verstorbene zu pflanzen. "Eigentlich wollten wir diese Aktion in Schwarzenberg durchführen", sagt Teilhaberin Kathrin Müller. Weil die Aktion in der Kürze der Zeit in Schwarzenberg, wo das Bestattungshaus seinen Sitz hat, sich nicht umsetzen ließ, suchte man nach einer Ausweichmöglichkeit. "Das Grundstück war das Angebot eines Bekannten, der aufgrund von Windbruch sowieso wieder aufforsten musste", erklärt Lars Lippert, der ebenfalls Teilhaber im Bestattungshaus Müller ist. Seine Familie nutzte selbst die Möglichkeit. "Unser Sohn Moritz hat seine Oma Steffi nie so richtig kennengelernt. An sie wollen wir erinnern", so Mutter Franziska. Die Trauernden konnten zudem ein Blatt aus Sperrholz mit dem Namen des Verstorbenen versehen und es an den Pflanzen anbringen.

Christoph Ulrich

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Insgesamt standen 100 Bäumchen zur Verfügung. Ein Setzling habe zehn Euro gekostet. "Für die Trauernden war es aber kostenlos. Die Bäume haben wir als Bestattungshaus gekauft", so Lars Lippert.

Cornelia Lippold nutzte das ungewöhnliche Angebot sehr gern. "Es ist eine so schöne Idee", sagt sie: "Es geht nicht nur um die Erinnerung, sondern auch darum, etwas für die Natur zu tun." Mit ihrem Laubbäumchen - einer Rotbuche - erinnerte sie und die Familie ihrer Schwester an die Mutter, die vor einem Jahr gestorben ist. "Es war ein sehr emotionaler Tag", so Lippold.

"Für uns war diese Aktion eine Premiere", sagt Kathrin Müller. "Wir feiern damit gleich 25 Jahre Bestattungshaus. Wir wollten keine große Party machen, sondern den Menschen etwas zurückgeben." Sehr schön sei gewesen, dass die Mitarbeiter die Idee sofort mitgetragen haben und dass sie für ihre Aktion den Parkplatz der Firma Holz-Groß nutzen durften. "Die Grundstücke grenzen halt direkt aneinander. Und so konnten wir bei Holz-Groß parken und auch die Pavillons aufstellen", erklärt Lars Lippert.

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