Artmontan-Konzept im Lokschuppen geht auf

Artmontan unter den Bedingungen der Pandemie? Der Kulturbetrieb des Erzgebirgskreises hat in Schwarzenberg gezeigt, wie es funktionieren kann.

Schwarzenberg.

Ein riesengroßer Stein dürfte dem Team des Kulturbetriebs des Erzgebirgskreises vom Herzen gefallen sein: Am Samstag stemmten die Mitarbeiter um den Leiter des kulturellen Eigenbetriebs, Uwe Schreier, die ersten beiden Artmontan-Veranstaltungen unter den Bedingungen der Corona-Pandemie. Auch wenn die Besucherzahlen mit zirka 300 in beiden Veranstaltungen deutlich niedriger sein mussten als normalerweise, sollte es in der Qualität des Konzepts keine Einschränkungen geben. Anders als ursprünglich geplant, konnten Beata Kossowska und Eberhard Klunker, die ihr Publikum mit feinstem Blues erfreuten, nicht in den Zinnkammern Pöhla auftreten. Die beiden Konzerte gingen im Lokschuppen des Eisenbahnmuseums Schwarzenberg über die Bühne. "Die Vorschriften zum Sicherheitsabstand wären bei der Einfahrt in die Zinnkammern und Untertage nicht umsetzbar gewesen", bedauerte Uwe Schreier. Mit dem Verein sächsischer Eisenbahnfreunde sei man sich schnell einig geworden. "Die Zusammenarbeit ist immer gut", sagte Schreier und verwies auf viele Erfahrungen, die er und seine Mitarbeiter im Laufe der Jahre gesammelt haben, wenn sie gemeinsam mit den Eisenbahnfreunden den Lokschuppen in eine Konzerthalle verwandelten. Auch Axel Schlenkrich vom Vereinsvorstand ließ es sich nicht nehmen, die Besucher als Reichsbahner zu begrüßen. So wurde geschickt der geschichtliche Bogen vom Lokschuppen zum Konzert geschlagen.

Im Vorfeld allerdings musste zunächst die logistische Herausforderung gemeistert werden. Weniger Besucher sind nicht gleichbedeutend mit weniger Aufwand. "An den Biertischgarnituren durften nur Familienverbände sitzen", erklärte Uwe Schreier. Zudem kam keine Konzert- oder Theaterbestuhlung infrage. "So haben wir sichergestellt, dass unsere Mitarbeiter mit Visier servieren durften", sagte der Chef.

Für bestes Licht und Ton sorgte die LEC GmbH, die auch in den Zinnkammern dafür zuständig ist. Und so tauchten die Mitarbeiter der Laser Event Company die Ziegelmauern in farbiges Licht, sorgten für verschiedene Projektionen und die richtige Akustik in der Halle.

Als kleine Entschädigung für den neuen Veranstaltungsort und den Verzicht auf eine Fahrt mit der Grubenbahn hatte der Kulturbetrieb noch einen weiteren Künstler engagiert. Blues-Gitarrist Biber Herrmann gestaltete den ersten Teil des Konzerts. Damit wurde das musikalisch-hochkarätige Programm abgerundet.

"Auf Beata Kossowska wurde ich durch Axel Flemming aus Schwarzenberg aufmerksam", so Schreier. Flemming ist ein Musikfan durch und durch. Er spielt selbst Mundharmonika, stand schon mit verschiedenen Bands und Künstlern auf der Bühne und kennt die Szene. Uwe Schreier nahm diesen Tipp sehr gern an und recherchierte im Internet zur polnischen Künstlerin: "Sie ist eine hervorragende Sängerin und Mundharmonikaspielerin und ich werde sie ganz sicher in ein oder zwei Jahren noch einmal nach Schwarzenberg holen."

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