Auch Pferde können Fußball spielen

Der Reitverein Spiegelwald feierte am Samstag sein 65-jähriges Bestehen. Höhepunkt war ein Spiel, das die Bernsbacher einst bekannt gemacht hatten.

LAUTER-BERNSBACH.

Sechs Pferde, sechs Reiter, aufgeteilt in zwei Mannschaften, dazu ein riesiger Ball. Mitglieder des Reitvereins RFSG Spiegelwald haben den Besuchern ihres Vereinsjubiläums am Samstag ein Spiel vorgeführt, das ihre Vorgänger vor Jahrzehnten in der Region vorübergehend populär gemacht hatten: Pushball.

Die Reiter versuchen dabei ihre Pferde so zu dirigieren, dass diese mit Läufen, der Brust oder dem Kopf die große Kugel ins gegnerische Tor bugsieren. Auf dem Reitplatz in Bernsbach wurde aus Platzgründen eine leicht abgespeckte Variante dargeboten. Statt fünf Spielern auf jeder Seite traten jeweils drei gegeneinander an. Nach zwei mal sieben Minuten gewann Orange gegen Grün mit 3:2. Übrigens: Ein Torhüterpferd gibt es beim Pushball nicht. Das Publikum quittierte die temporeiche Partie mit Beifall. "Unser letztes Spiel liegt 15 Jahre zurück", sagt die Vereinsvorsitzende Manuela Meyer. "Wir wollen diese Sportart aber wieder aufleben lassen."

Einer der sich noch gut an die Anfänge erinnern kann, ist Dieter Höfer (77): "Ich war ab 1952 Mitglied des Reit- und Fahrvereins Bernsbach. Unser erstes großes Pushballspiel fand am 5. Juni 1956 vor 300 Zuschauern auf dem Ausrückplatz in Oberpfannenstiel statt." Auf einem Foto von diesem Tag ist Dieter Höfer mit seiner Stute Lotte zu sehen. Außerdem waren damals mit dabei: Karl Heß, Rolf Wendler sowie Arno und Otto Merkel, die den damals 1,80 Meter im Durchmesser messenden Ball aus Kuhhaut über das Spielfeld trieben. Das Foto hat Dieter Löffler dem Erzgebirgszweigverein Bernsbach übergeben, der es für die Nachwelt bewahren will.

Nach historischen Bildern, Dokumenten, Urkunden und Informationen sucht auch der Reitverein Spiegelwald. "Wir freuen uns über alles, was zur Vervollständigung unserer Chronik beiträgt", sagt Manuela Meyer. Die Vereinsmitglieder und Pferdefreunde sind derzeit dabei, die Chronik zu vervollständigen.

Den Reitverein Spiegelwald gibt es unter diesem Namen seit 1992. Seine Wurzeln reichen aber bis 1951 zurück. Heute kommen die 23 Mitglieder - die Damen sind in der Mehrzahl - aus den Spiegelwaldgemeinden Bernsbach, Beierfeld und Grünhain, auch die Crandorfer sind mit integriert. Der Sitz des Vereins ist nach wie vor Bernsbach.

Zum Reitfest sahen die gut 200 Besucher ein zweieinhalbstündiges Programm. Neben einer Fohlenschau und Reitsportdarbietungen wurde das Kinderschauspiel "Ich möchte so gern ein eignes Pferd" gezeigt. Auch artfremde Vierbeiner durften ran: Die Hundeschule "Schnelle Schnauzen" aus Bad Schlema bot eine Agility-Vorführung.

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