Aue sagt Straßenlärm den Kampf an

An den Hauptverkehrsadern ist es zu laut. Die Stadt setzt deshalb jetzt auf Tempolimits und andere Maßnahmen. Doch so forsch die Pläne sind, umgesetzt werden sie wohl nie.

Aue.

Auto an Auto, die sich durch die Innenstadt wälzen. Dichter Verkehr herrscht in Aue häufig - und zwar nicht nur, wenn wie zuletzt im Bereich der McDonalds-Kreuzung gebaut wird. Vor allem für Anwohner an den Bundesstraßen stellt das eine Belastung dar, denn sie müssen mit dem Lärm leben. Wie groß der ist, zeigen aktuelle Ergebnisse einer Untersuchung, die die Stadt bereits im Jahr 2017 durchführen ließ.

Mit über 65 Dezibel besonders laut ist es demnach im Bereich der Schneeberger Straße, des Altmarktes, der Schwarzenberger Straße, der Wettiner Straße und an der Otto-Nuschke-Straße. 16 Brennpunkte hat die Stadt insgesamt ausgemacht und deshalb im vergangenen Jahr einen sogenannten Lärmaktionsplan erstellen lassen, der Vorschläge unterbreitet, wie sich der Krach reduzieren lässt. Und diese Auflistung hat es in sich.

So sieht der Plan unter anderem vor, an mehreren Bundesstraßen im Zentrum Tempo 30 einzuführen oder Flüsterasphalt einzubauen. Um jeweils drei Dezibel könnte das den Lärm reduzieren, heißt es. Für den Bereich der Goethestraße gibt es zudem Überlegungen, von den zwei Fahrspuren in Richtung Altmarkt eine zu entfernen und stattdessen Parkplätze, Grünstreifen oder einen größeren Fußweg zu bauen.

Schnelle Erfolge im Kampf gegen den Straßenlärm dürften sich jedoch kaum einstellen. Das Landesstraßenbauamt als sogenannter Baulastträger, dem die Umsetzung der Vorschläge an den Bundesstraßen obliegt, sagt nämlich Nein.

Beschlossen hatte den Lärmaktionsplan der Auer Stadtrat bereits im Herbst vergangenen Jahres. Der bisherige Oberbürgermeister Heinrich Kohl (CDU) erklärte damals zu den Ideen: "Wir wissen, dass wir uns damit nicht bei Autofahrern beliebt machen. Aber die Bürger gewinnen an Lebensqualität." Denn während das Landesstraßenbauamt daran interessiert sei, dass der Verkehr möglichst schnell und ungehindert rollt, wolle die Stadt in erster Linie von den Autos profitieren und die City attraktiver gestalten. So gilt der Lärm der vielen Fahrzeuge als eine Ursache für Leerstand. Dass die beschlossenen Maßnahmen schnell greifen, bezweifelte Kohl aber schon damals: "Wir können es allein nicht umsetzen", sagte er in der Stadtratssitzung.

Im Landesstraßenbauamt nimmt man die Pläne der Stadt gelassen zur Kenntnis - weist diese jedoch entschieden zurück. Bundesstraßen hätten eine wichtige Verkehrsfunktion, erklärt Sprecherin Nicole Wernicke. Ein Tempo 30 lehne man deshalb ab. Kritisch wertet das Landesstraßenbauamt auch Pläne für den Einbau von offenporigem Asphalt, den sogenannten Flüsterasphalt. "Dieser wirkt erst bei höheren Geschwindigkeiten", erklärt Sprecherin Nicole Wernicke.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...