Babymord von 2011: Alter Zeuge gibt Polizei nun neue Hinweise

Neun Jahre ist es her, dass im Schwarzenberger Stadtteil Sonnenleithe die Leiche eines Neugeborenen gefunden wurde. Jetzt gibt es neue Hinweise in diesem mysteriösen Fall, der den Ermittlern bis heute viele Rätsel aufgibt.

Schwarzenberg/Zwickau.

Die Ermittlungen im Fall des am 19. Januar 2011 in einem Altkleidercontainer in Schwarzenberg gefundenen getöteten Säuglings laufen noch immer. Es ist ein Fall, der bis heute viele Schwarzenberger und vor allem die Ermittler der Kriminalpolizei Zwickau beschäftigt. Ein kleiner Junge, der nur wenige Stunden leben durfte, wurde zu Beginn des Jahres 2011 gesund geboren, mit einem Knebel im Hals erstickt und dann zwischen alten Kleidungsstücken weggeworfen. Die Stadt Schwarzenberg hatte dem Baby postum den Namen Max Winter gegeben, um ihm zumindest nach seinem Tod ein würdiges Grab geben zu können.

Jetzt ist es den Ermittlern in Zusammenarbeit mit einem Zeugen gelungen, das Phantombild einer Frau zu erstellen, die im Zeitraum vom 4. bis 19. Januar 2011 auf jenem Parkplatz in Stadtteil Sonnenleithe beobachtet wurde, wie sie einen Beutel in den Container warf. Diese Frau wird wie folgt beschrieben: Sie sei 1.60 bis 1.65 Meter groß, von schlanker Gestalt und geschätzt zwischen 40 und 45 Jahren gewesen. Sie trug damals glattes, schulterlanges und schwarz getöntes oder gar gefärbtes Haar, das am Pony vorn rechts mit mehreren roten Strähnchen durchzogen war. Aufgefallen ist dem Zeugen damals, dass die Frau kaum oder gar nicht geschminkt war, schmale Augen und eine kleine abgerundete Nase hatte. Zudem konnte er sich an eine leichte Bräunung der Haut erinnern. Sie sei aber augenscheinlich deutscher Herkunft, heißt es in der Beschreibung der Gesuchten weiter. Die Ermittler erhoffen sich weitere Hinweise zur Identität der beschriebenen Frau, um sie zum Fall zu befragen. Ob und wie sie mit der Tat in Zusammenhang steht oder nicht, lasse sich über einen DNA-Test zweifelsfrei klären, so die Polizei.

Dass jener Zeuge, auf dessen Erinnerung hin nun ein Phantombild entstand, erst jetzt ausgesagt hat, sei zwar nicht alltäglich, aber auch nicht ungewöhnlich, betonen die Ermittler. Er habe zumindest plausible Gründe dafür vorgetragen, weshalb er erst jetzt diese Aussage tätigte. Er war im Zuge der im Sommer 2018 wieder intensivierten Ermittlungstätigkeit und einem zweiten DNA-Test an 320 weiteren Frauen erneut befragt worden. Die Ermittler interessiert nun: Wer kennt eine Frau, auf die diese Beschreibung im Januar des Jahres 2011 zutraf? Keiner müsse Bedenken hegen, durch seinen Hinweis eine Frau womöglich fälschlicherweise zu beschuldigen, denn mit einem DNA-Abgleich lasse sich heute ein nicht zutreffender Hinweis zweifelsfrei ausschließen, heißt es.

Bei den Ermittlungen im Fall Max Winter geht es nicht nur um das in Schwarzenberg tot aufgefundene Baby, sondern auch um ein zweites getötetes Kind. Denn nur einige Monate später, am 2. Juni 2012, wurde in einem Straßengraben im böhmischen Rotava erneut ein totes Baby gefunden. Ein DNA-Abgleich ergab, dass es sich bei diesem Baby um einen Bruder von Max Winter handelte. Beide Säuglinge hatten die gleiche Mutter. Und stets sind die Ermittler davon ausgegangen, dass sie wieder töten könnte.

Mit zwei groß angelegten Massen-Gentests 2011 und 2018 wurden mittlerweile gut 2700 Frauen und Männer überprüft. Bislang erbrachte kein Test eine Übereinstimmung mit dem gesicherten DNA-Muster.

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