Barrierefreier Neubau - auf jede Wohnung kommen vier Bewerber

Der Neubau der Volkssolidarität Westerzgebirge hat in Sonnenleithe optisch bereits eine Baulücke geschlossen. Das Angebot des betreuten Wohnens im Alter schließt ab Sommer 2019 eine Bedarfslücke.

Schwarzenberg.

Der Rohbau steht. Das Dach ist drauf und es ist dicht. "Wir hatten ja perfektes Bauwetter und konnten so den leichten Bauverzug wieder aufholen", sagt Béla Ullmann, der Geschäftsführer der Volkssolidarität Westerzgebirge. Der Wohlfahrtsverband ist Bauherr für den Neubau des Wohnhauses, der seit April im Schwarzenberger Stadtteil Sonnenleithe gewachsen ist. Zwischen Ärztehaus und Sparkasse schließt der moderne Flachbau an der Sachsenfelder Straße schon jetzt eine Baulücke, die durch Rückbau eines großen Wohn- und Geschäftshauses entstanden war.

Rund fünf Millionen Euro investiert die Volkssolidarität (VS), um ein Haus mit 32 barrierefreien Wohnungen zu errichten. Schon jetzt, nach der erste Informationsveranstaltung für Interessenten, ist klar: Auf jede Wohnung kommen derzeit vier Bewerber. "Das wird sich jedoch noch relativieren", sieht Geschäftsführer Béla Ullmann den Zuspruch völlig unaufgeregt. "Wir haben das Angebot jetzt erst einmal vorgestellt, mit Preisen, Größen und möglichen Serviceleistungen. Jetzt können die Leute in Ruhe überlegen."


Dass die Nachfrage so groß ist, hatten sich die Investoren im Vorfeld bereits ausgerechnet. "Da wir ja im ambulanten Pflegebereich tätig sind und die Altersstruktur innerhalb der Stadt analysiert haben, waren wir sicher, Anfragen zu bekommen. Aber das es so viele sind, hat uns dann doch überrascht", so Ullmann. Das Hauptproblem sieht er in den fehlenden Fahrstühlen, die es in den großen Häusern der bestehenden Wohngebiete mit Fünf- oder Sechsgeschossern nicht gibt.

Aus der einen geplanten Info-Veranstaltung wurden fünf. Für die geplanten 32 Wohnungen gibt es rund 120 Bewerber. Sie alle haben nun einen Fragebogen erhalten, der bis Ende Januar ausgefüllt abgegeben werden kann. "Über Weihnachten kommen ja oft die Kinder, da kann man das in Ruhe miteinander besprechen", empfiehlt der Schwarzenberger. Eine Wohnung zu haben, die ein möglichst langes und selbstbestimmtes Leben ermöglicht, sei für viele Leute etwas sehr Erstrebenswertes. Da habe sich vieles an Vorurteilen bereits gelegt. Das Alter geht schließlich an niemand spurlos vorüber. "Und ich sage zu jedem: Ziehen Sie um, so lange Sie es noch selbst entscheiden und bestimmen können." Damit sei nicht das Kistenschleppen gemeint, sondern das Aussortieren.

An Einzug ist derzeit aber noch nicht zu denken. Der Innenausbau läuft seit Oktober. Im Januar rechnet man damit, die Heizung in Betrieb zu nehmen. "Wir liegen jetzt wieder zeitlich und weiterhin auch finanziell voll im Plan", erklärt der Bauherr. Zwischenzeitlich sein man in Verzug geraten, weil der Baugrund mehrfach verfestigt werden musste.

Drei spezielle Wohnungen für Rollstuhlfahrer sind geplant. Die Wohnungsgrößen reichen von 28 bis 82 Quadratmeter. Jede Wohnung wird mit Balkon oder Terrasse ausgestattet sein. Alle Wohnungen werden komplett barrierefrei, haben eine ebenerdige Dusche und PVC-Böden. "Küchen werden keine eingebaut. Die meisten haben ja schon eine Küche", sagt der VS-Chef.

Im März 2019 sollen Vorverträge mit den Mietern geschlossen werden. Der Bezug des Hauses, das künftig auch komplett umzäunt wird, ist für den Spätsommer geplant. Die gewählte U-Form des Gebäudes ergibt einen Innenhof, der begrünt werde. "Er wird schattig und windgeschützt sein", erklärt Ullmann. Im Erdgeschoss des Hauses ist zudem eine Tagespflege für mehr als zehn Gäste vorgesehen.

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