Baumfällungen am Schwarzwasser-Fluss kündigen Bau an

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Fast zwei Jahrzehnte hat Ernst Vögtel als Anlieger des Schwarzwassers um den Abriss des alten Wehrs gekämpft. Dass es nun verschwindet, kann er selbst nicht mehr erleben.

Schwarzenberg.

Trotz dicken Flockenwirbels haben am Donnerstag die Männer der Landestalsperrenverwaltung (LTV) am Ufer des Schwarzwassers - auf Höhe der Schwarzenberger Vorstadt - einige Bäume gefällt.

Diese Fällungen kündigen weiterführende Baumaßnahmen an, die die LTV für Mai plant. Denn erst muss die Fischschonzeit vorbei sein, bevor die Bauarbeiten im Flussbett und an der Ufermauer beginnen. Da im Schwarzwasser unter anderem Regenbogenforellen leben, endet die Schonzeit Anfang Mai. Erst dann können die Baufahrzeuge rollen.

Geplant ist seitens der LTV der Bau einer Gewässerzufahrt, und es werden Hochwasserschäden an der Ufermauer hinter dem Getränkemarkt beseitigt. Auch ein Regenwasserkanal soll erneuert werden. Doch vor allem sollen die Reste des alten Wehrs, das noch aus der Zeit des Sägewerks Graf stammt, verschwinden. Dass diese alten gemauerten Wehrreste ein gefährliches Fließhindernis darstellen und immer wieder dafür sorgten, dass sich Wasser schnell anstaut, das hatte Ernst Vögtel seit Jahren kritisiert. Unzählige Fotos und Filme hatte er zusammengestellt, um die Dringlichkeit dieser Maßnahme zu dokumentieren. Mehr als 40 Jahre hat er mit seiner Frau unmittelbar am Schwarzwasser gewohnt. Den Fluss direkt vor Augen. Seit der Jahrhundertflut 2002 hatte er sich an alle möglichen Behörden und Politiker gewandt, etliche Briefe geschrieben, Bildermappen zusammengestellt, um der Notwendigkeit der Beseitigung der alten Wehrreste Nachdruck zu verleihen. Doch über den nun bevorstehenden Abriss, der auch auf sein unermüdlichen Drängen zurückzuführen ist, kann sich Ernst Vögtel nicht mehr freuen, denn er starb im Oktober 2019.

Bei Simone Lang, der SPD-Landtagsabgeordneten, die in der Schwarzenberger Vorstadt ihr Bürgerbüro hat, stieß Vögtel mit seinen Sorgen auf offene Ohren. Sie organisierte im August 2018 ein Treffen, bei dem auch Ulrich Nürnberger zugegen war, der bei der LTV für Fließgewässer erster Ordnung zuständig ist. Und obwohl sich an diesem Abend bereits alle einig waren, dass das Wehr möglichst schnell weg muss, und die Hochwasserschäden von 2002 und 2013 beseitigt werden müssen, haben die behördlichen Genehmigungsverfahren und Finanzierungsfragen bis jetzt gedauert.

Auch wenn Ernst Vögtel es selbst nicht mehr dokumentieren kann, aber für die Anwohner der Vorstadt hat er mit Unterstützung von Simone Lang, die permanent am Thema dran blieb, dennoch viel erreicht.

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