Bergbaufirma hofft auf gute Nachbarschaft mit den Pöhlaern

Der Erkundungsschacht im Luchsbachtal hat ein Erzlager erreicht. Parallel läuft der umfangreiche Genehmigungsprozess für das künftige Bergwerk. Das soll mal Arbeitgeber für gut 150 Leute werden.

Pöhla.

Beim Vorantreiben des Erkundungsschachts der Saxony Minerals & Exploration AG (SME) im Luchsbachtal bei Pöhla bis in die geplante Tiefe von 175 Metern haben die Bergleute bei 170,6 Metern ein wichtiges Etappenziel erreicht. Sie stießen dort vor wenigen Tagen auf das erkundete Wolfram-Fluorit-Lager. "Es wurden erhebliche Mengen von werthaltigem Erz festgestellt, abgebaut und gefördert", hieß es dazu aus dem Unternehmen. Das Erz kommt in eine Pilotanlage in Mittweida, wo der künftige Aufbereitungsprozess simuliert wird - eine Grundlage fürs Projektieren der großen Anlage, die im Betriebsgelände im Luchsbachtal entstehen soll.

Parallel zu diesen praktischen Arbeiten läuft das Raumordnungsverfahren für die künftige Wolframerzmine. In einer gemeinsamen öffentlichen Sitzung in Pöhla hatten der Ortschaftsrat und der Technische Ausschuss des Stadtrats Schwarzenberg beraten, wie sich die Stadt zu dem Vorhaben positioniert. "Freie Presse" berichtete darüber. Inzwischen hat der Rat mit 16 Ja-Stimmen bei acht Enthaltungen die vierseitige Stellungnahme beschlossen. Deren Grundtenor: Die Kommune will das Bergbauvorhaben wohlwollend begleiten, aber bei der Vorbereitung und Durchführung ihre Belange und die der Bürger unbedingt berücksichtigt wissen. Eine Forderung, die aus den Reihen der Räte noch einmal unterstrichen wurde: SME soll eng mit der Stadt zusammenarbeiten und die Öffentlichkeit permanent zum Vorhaben informieren.


Umwelt- und Naturfreunde beklagen, dass ein Teil der im Nachgang des Wismut-Bergbaus sanierten Landschaft bei Pöhla wieder zerstört werde. Klaus Grund, technischer Vorstand bei SME: "Uns ist bewusst, dass wir mit dem geplanten Untertage-Bergbau im Luchsbachtal einen nicht gerade kleinen Eingriff in die Landschaft vornehmen und in dem Zusammenhang viele Fragen geklärt werden müssen, nicht zuletzt unsere Zufahrt durch Pöhla. Bei all dem ist uns aber eines besonders wichtig: gute Nachbarschaft mit den Pöhlaern." Dass die Stadt dem neuen Berggeschrey wohlwollend gegenübersteht, freue SME natürlich.

Das Verfahren, an dessen Ende die Genehmigung durch das Oberbergamt in Freiberg stehen soll, ist aufwändig. Ende November soll die Raumordnung abgeschlossen sein. Dann folgt das Planfeststellungsverfahren, in dem es um die konkrete technische Umsetzung geht. "Auch da können die Pöhlaer wieder einen Blick in alle Pläne werfen und ihre Anmerkungen machen", so Grund. "Für die unserem Vorhaben bisher entgegengebrachte Sympathie in der Region sind wir dankbar." Jetzt gehe es darum, das Berggeschrey im Luchsbachtal möglichst rasch auf sichere Füße zu stellen. "Schließlich wollen wir am Ende insgesamt gut 150 Bergleuten Arbeit geben."

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