Bergbauvortrag mit besonderer historischer Technik

Dass es beim Bergmannsstammtisch nicht immer nur um das hiesige Revier gehen muss, hat die jüngste Veranstaltung bewiesen. Historisch waren nicht nur das Thema, sondern auch die eingesetzten Mittel.

Oelsnitz.

Das Döhlener Becken ist eines der größten Steinkohlereviere in Sachsen. Bis ins 16. Jahrhundert reicht seine Bergbauhistorie zurück. Doch warum wird darüber beim Bergmannsstammtisch in Oelsnitz referiert? Für Fördervereinschef Heino Neuber stellt sich die Frage nicht: "Es geht uns um den gesamten sächsischen Bergbau." Er will bewusst über den Tellerrand des Lugau-Oelsnitzer Reviers schauen. Museumschef Jan Färber ergänzt: "Die Städtischen Sammlungen Freital auf Schloss Burgk sind für uns ein wichtiger Partner. Da gibt es einen Wissenstransfer, und von dort werden uns Objekte für die künftige Dauerausstellung zur Verfügung gestellt."

Zu Gast beim jüngsten Bergmannsstammtisch war Wolfgang Vogel, stellvertretender Museumsleiter in Burgk. Der 63-Jährige zeichnete ein lebendiges Bild der Historie von den Anfängen des Bergbaus im Döhlener Becken im Jahr 1542 bis zu dessen Ende 1989. Er verdeutlichte die Vorreiterrolle, die die Region speziell im 19. Jahrhundert hatte. Besondere Verdienste hatte dabei Carl Friedrich August Krebß, der das Rittergut Burgk samt fünf dazugehöriger Steinkohlenschächte 1819 von seiner Tante geerbt und die Nutzung innovativer Techniken forciert hat. Die größte Bedeutung hatten im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert das Königliche Steinkohlenwerk Zauckerode und die Freiherrlich von Burgker Steinkohlen- und Eisenhüttenwerke. Von 1968 und 1989 beschränkte sich der Abbau schließlich auf Uranerz führende Steinkohle durch die Wismut.


Eine besondere Note bekam der unterhaltsame Vortrag durch eine spezielle Bebilderung. Wolfgang Vogel hatte etwa 30 Dias mitgebracht, die aus den 1930er-Jahren stammen. Weil die historischen Originale mit modernen Apparaten gar nicht gezeigt werden können, hatte Vogel einen Diaprojektor der ICA Aktiengesellschaft Dresden aus den 1920er-Jahren aufgebaut, bei dem die Dias noch einzeln eingelegt werden müssen. Ein Schmankerl für Liebhaber historischer Technik. Entsprechend gebannt verfolgten die über 30 Besucher diesen besonderen Vortrag.

Der nächste Bergmannsstammtischam 8. August widmet sich dem Steinkohlenbergbau um Olbernhau-Brandau.

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