Bergretter bezwingen Stock und Stein

Die Bergwachten der Region haben neue Fahrzeuge für rund 700.000 Euro bekommen. Am Sonntag konnten Interessierte sich diese anschauen und mitfahren.

Johanngeorgenstadt.

Eine Drohne fliegt über der Bergstadt, sendet Bilder von der Sportstätte "Franz Mehring" und dem Waldgebiet zwischen Mittel- und Altstadt. Der Turm der Stadtkirche ist zu sehen. Wenig später landet sie auf dem Platz des Bergmanns. Die Drohne dient zur Vermisstensuche, kann aber auch bei Waldbränden eingesetzt werden. Das 5000 Euro teure Gerät gehört zur neuen Technik, die die Bergwachten von Carlsfeld, Johanngeorgenstadt und Rittersgrün in den vergangenen Monaten angeschafft haben. Bis zum Beginn der Wintersaison werden um die 700.000 Euro investiert. "Damit wird der Fuhrpark zum Teil erneuert, zum Teil erweitert", erklärt Ronny Meisel (41), Leiter der Carlsfelder Bergwacht und Kreisleiter der ehrenamtlichen Retter im DRK-Kreisverband Aue-Schwarzenberg.

Am Sonntag konnten sich Interessierte die neue Technik anschauen. Die Bergretter hatten sie in Johann'stadt aufgebaut. Mehrere Hundert Menschen informierten sich über die Besonderheiten der Fahrzeuge. Kinder durften in zwei Quads mitfahren, die für die Einsätze der Bergwachten umgebaut wurden. Die Rittersgrüner Speedfactory hat dafür gesorgt, dass in jedem der Quads ein Verletzter transportiert werden kann. "Im Winter werden die Quads mit Ketten ausgestattet. So können wir sie auch im Schnee nutzen", so Meisel, der hauptberuflich als Notfallsanitäter arbeitet.


Viele Bergretter sind im Rettungsdienst oder im medizinischen Bereich tätig. Allerdings nicht alle. André Kreißel (36) aus Lauter arbeitet beim Auspuffhersteller Fox in Johanngeorgenstadt und ist dort in der Bergwacht aktiv. Er ist dankbar, dass sein Chef Verständnis für die Einsätze im Ehrenamt hat. "Vor allem die, bei denen Kinder betroffen sind, vergisst man nicht so schnell", erzählt Kreißel und erinnert sich an einen Achtjährigen, der an der Schanze in Johann'stadt gestürzt war und ein Schädelhirntrauma erlitten hatte. Der Weg zu den Sprungschanzen ist einigermaßen fahrzeugtauglich. Oft genug müssen die Bergretter aber in unwegsames Gebiet aufbrechen. Also brauchen sie Fortbewegungsmittel, die das schaffen. Deswegen gebe es mit den beiden neuen VW-Amarok Einsatzfahrzeuge, die geländegängig seien. Gekauft wurden zudem drei VW-T 6, mit denen die Einsatzteams transportiert werden. Fünf Motorschlitten und zwei Quads ergänzen den Fuhrpark.

Möglich wird und wurde die Anschaffung, weil sich Krankenkassen, der DRK-Kreisverband und der Landkreis Erzgebirge auf ein dauerhaftes Finanzierungskonzept für die Bergwachten verständigt haben. Nun tragen die Kassen 50 Prozent der Kosten. Je 25 Prozent übernehmen der Landkreis und das DRK. Jährlich gebe es ein Treffen, bei dem der Bedarf abgestimmt wird, erklärt Boris Altrichter, Geschäftsführer des Rettungszweckverbandes Chemnitz-Erzgebirge.

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