Betonfüße sollen vor Dieben schützen

Eine Stahlverankerung hat nicht gereicht: In Lauter verschwand der Großteil einer Sitzgarnitur aus Holz an einem Rastplatz nach nur drei Wochen. Der Sachsenforst greift nun zu anderen Mitteln.

Lauter-Bernsbach.

Es sind wahrlich schwerwiegende Maßnahmen, zu denen der Staatsbetrieb Sachsenforst nun greift. Im Kampf gegen Diebe heißt es ab sofort: Betonfüße statt Stahlverankerungen. "Es ist schon unglaublich. Die Sitzgruppe stand nicht mal drei Wochen, da fehlte der größte Teil", blickt Pressesprecher Michael Pfalz zurück.

Am Communalweg in Lauter, den Wanderer und Waldbesucher regelmäßig passieren, geschah das Unfassbare. Von einer dreiteiligen Sitzgruppe aus massivem Holz verschwanden eine Bank und der Tisch - rücksichtslos wurden sie aus der Verankerung gerissen und geklaut. "Erschreckend, zu welchen Mitteln wir jetzt greifen müssen, um das für Ausflügler gedachte Kleinod zu schützen", sagt Pfalz. Betonfüße sorgen nun also dafür, dass Bänke und Tische nicht mehr entwendet werden können, ohne dabei zerstört zu werden. Sogar der Einsatz von GPS-Peilsendern sei im Gespräch. "Ich verstehe es wirklich nicht. Denn wer auch immer das war: Er hat vermutlich seiner eigenen Heimat geschadet und ein Gut entwendet, das allen zugutekommen sollte."

Eine Handvoll solcher Sitzgruppen hat der Sachsenforst in den Wäldern verschiedener Gemeinden inzwischen aufgestellt. Unter anderem an der Miniaturanlage "Gretels Ruh" in Bockau und am Kuhberg in Stützengrün. Jedes Jahr sollen weitere Verweilplätze dieser Art folgen. Jede Garnitur ist um die 1000 Euro wert. "Durch die verstärkten Sicherheitsmaßnahmen kommen nun weitere Kosten dazu", so Pfalz. Denn geplant sei, alle Sitzgruppen derart auszustatten.

Die Rastplätze sind Teil einer Kooperationsvereinbarung zwischen Sachsenforst und mehreren Kommunen im Forstbezirk Eibenstock. "Das läuft sehr gut an und beide Seiten profitieren", sagt Pfalz. Deshalb war der Schock groß, dass die ersten sichtbaren Ergebnisse der Vereinbarung gleich Opfer von Dieben wurden. Zumal in Bänken und Tischen mit einem Schriftzug der Sachsenforst als Eigentümer eingebrannt ist. "Einfach in den Garten stellen, ohne dass dies jemand sieht, ist also nicht drin", erklärt Pfalz, der die Hoffnung auf Hinweise zum Verbleib des Diebesguts noch nicht aufgegeben hat. Immerhin sei das gesamte Projekt, mithin also auch die Sitzgruppen, als Mosaikstein gedacht, der die hiesige Natur für Ausflügler attraktiver machen soll. Dieses Ansinnen werde von den Dieben mit Füßen getreten. "Echt bitter", findet Pfalz.

In Lauter ist das Verweilen nun aber wieder möglich. Das kostete die Firma Rico Zeeh aus Bockau mehrere Stunden Arbeit. Zeeh und sein Mitarbeiter Steffen Werner rüsteten mit vier Lehrlingen des Staatsbetriebs Sachsenforst die Garnitur aufwendig um und verankerten sie neu im Boden - auf dass sie diesmal den Waldbesuchern erhalten bleibe.

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