Bibliothek Zschorlau schafft neuen Raum für junge Leser

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Bücher ausleihen konnte man im beliebten Treffpunkt des Ortes auch während Corona. Und die Fans blieben treu.

Zschorlau.

Die Statistik für 2020 hat Anett Klug und Gina Maekler, die die Gemeindebibliothek in Zschorlau betreuen, überrascht: Es gab mehr Neuanmeldungen und rund 12.00o Ausleihen. Bücher und andere Medien ausleihen konnte man sich auch, als strenge Coronaschutzmaßnahmen galten. Nur wenige Wochen war tatsächlich geschlossen, doch da gab es den mobilen Bibliotheksservice: Die Bücher wurden zu den Nutzern gebracht.

Wer jetzt in die Zschorlauer Bibliothek geht, der wird auch überrascht - von einem neugestalteten Eingangsbereich mit Ausleihtheke und Informationsstand, der in Zschorlau I-Punkt heißt. "Geplant war der Umbau schon lange. Um auch mehr Abstand zwischen den Besuchern zu ermöglichen, haben wir ihn jetzt realisiert", erläutert Gina Maekler. Die doppelte Fläche im Vergleich zum vorherigen Eingangsbereich steht zur Verfügung. In diesem Raum steht auch das Regal mit den Neuerwerbungen der Bibliothek. Im Ranking ganz oben sind nach wie vor Krimis. Für den Kauf neuer Medien stehen der Bibliothek 5000 Euro im Jahr zur Verfügung. Noch recht spärlich bestückt ist das Regal vom I-Punkt, wo eigentlich die Veranstaltungsprogramme aus den umliegenden Orten liegen sollten. "Es findet ja noch nicht so viel statt", sagt Gina Maekler.

Im Zuge des Umbaus wurde für die Jugendlichen ein neuer Raum dort eingerichtet, wo bisher der Eingangsbereich war. Bei der Gestaltung hatte Anett Klug Unterstützung von ihrer 14-jährigen Tochter Joline. So wurden zum Beispiel die Bücherregale mit LED-Lichterketten dekoriert. "Das mögen die Mädchen in dem Alter", sagt die Bibliothekarin. Überhaupt ist es in dem kleinen Raum sehr gemütlich. Hierhin können sich die jungen Leute auch mal zum Quatschen zurückziehen.

Etwa zehn Prozent beträgt der Anteil der Jugendlichen (14 bis 20 Jahre) an den insgesamt 250 Nutzern der Zschorlauer Bibliothek. "Das klingt erst mal nicht viel. Doch für uns ist wichtig, dass sie überhaupt gern lesen und immer wieder kommen, dann tun sie das in der Regel auch als Erwachsene", sagt Gina Maekler mit Blick auf die jungen Mütter mit Kindern, die eine große Gruppe unter den Nutzern stellen. Für sie gibt es ebenfalls einen extra Raum. Ein kompletter Ständer mit Benjamin-Blümchen-Kassetten fällt dort ins Auge oder eine Kiste voller Videos, bei denen Bob der Baumeister nicht fehlen darf.

Wenn es die geltenden Corona-Schutzmaßnahmen zulassen, will die Bibliothek auch wieder in die Schulen und Kitas der Gemeinde gehen. Bereits stattgefunden hat ein Treff innerhalb der Reihe "Bücherwürmchen" mit der Vorschulgruppe der Johanniter-Kita "Haus der Kinder". Die hatte ihr Zuckertütenfest dieses Jahr anders gestaltet und eine Tour durch Zschorlau gemacht, bei der am Teich vorm Haus der Vereine auch der Treff mit dem "Bücherwürmchen" stattfand. Gefreut hat sich Anett Klug, die hinter der Idee mit dem "Bücherwürmchen" steht, über viele Antworten auf ihren Brief an die Kinder, in dem sie davon schrieb, dass das Bücherwürmchen traurig sei, dass es die Kinder so lange nicht sehen konnte. Auf die Bitte, die Lieblingshelden aus ihren Büchern zu malen, gab es eine große Reaktion. Mit den Bildern wurde eine extra Wand in der Bibliothek gestaltet.

Wenn bald die Sommerferien in Sachsen starten, befürchten die beiden Frauen keinen Einbruch bei den Ausleihen. "Im Gegenteil, manche Nutzer nehmen einen ganzen Stapel von um die zehn Bücher mit für den Urlaub auf Balkonien oder im Garten", sagt Anett Klug.

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