Bild als Erinnerung an Handelszug

Lüftlmalerei ziert Fassaden vieler Häuser im Erzgebirge. "Freie Presse" erzählt die Geschichte dahinter, heute von Familie Schütz in Zschorlau.

Zschorlau.

Wenn Sabine und Siegfried Schütz aus Zschorlau im Urlaub unterwegs sind und ihre Adresse nennen, kommt oft die Frage: "Was bedeutet das denn, an der Bublika?" Dort hat die Familie Ende der 1990er-Jahre ihr Haus bezogen. Gemeinsam mit Günter Eckardt aus Schneeberg, der Malermeister und Heimatforscher ist, hat Siegfried Schütz mit einem Bild an einer Hauswand 2001 für Aufklärung gesorgt. Es stellt den Historischen Salzzug entlang des Böhmischen Steiges dar. Wie der Schriftzug am Bild verrät, führte dieser "von Halle kommend über Zwickau, Kirchberg, Hoher Forst, vorbei an der 'Waldschänke' und 'Kuchenhaus' ging es über Eibenstock, Weitersglashütte und Frühbußer Straße nach Böhmen". Das Wohngebiet an der Bublika liegt unweit des Zschorlauer Gewerbegebietes. Schon in früherer Zeit verlief hier eine Handelsstraße - und die Kaufleute trafen sich hier, an der Bublika.

Das Bild - 3 Meter mal 1,20 Meter groß - zeigt einen von vier Pferden gezogenen Planwagen. Rechts davon steht mit einer Kiepe auf dem Rücken ein Hausierer, wie sie früher in der Region von Ort zu Ort zogen. Links steht ein Bergmann. Der Handelswagen wurde vor der Kulisse gemalt, die sich Familie Schütz vom Dachfenster ihres Hauses aus bietet. Es ist der Blick auf den Steinberg. Als Details sind außerdem ein Fingerhut, eine Eidechse sowie Rotkappe, Birkenpilz und Steinpilz gemalt. "Ich wollte etwas an der Hauswand haben, das mit der Geschichte und der Region zu tun hat, nicht irgendeinen Hirsch im Wald", sagt Siegfried Schütz. Viele Leute, die vorbeigehen, fragen danach, was auf dem Bild zu sehen ist. "Wo wir wohnen, war vordem nur Feld und Wiese. Hier steht ein Baum, der unter Naturschutz steht und auch Bublika heißt", weiß der 67-Jährige zu erzählen. Er freut sich, dass die Farben des Bildes noch genauso frisch strahlen wie vor 17 Jahren. "Es ist in Silikatfarbentechnik gemalt", sagt Günter Eckardt. Er habe eine Geschichte mit dem Bild erzählen wollen zu den alten Handelswegen in der hiesigen Region. "Nicht nur Salz ist da transportiert worden", weiß er.

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